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Sparkassen-Tourismusbarometer Saarland 2017: Tourismusbewusstsein stärken

Mittwoch, 29. November 2017

Dr. Mathias Feige und Karsten Heinsohn stellten am 29. November 2017 die Ergebnisse des Sparkassen-Tourismusbarometer Saarland vor. Über 300 kommunale und Verbandsvertreter, Touristiker und Leistungsträger kamen in die Saarland-Therme, um sich über aktuelle Entwicklungen und Praxistipps rund um die Themen „Was die Destination Saarland erfolgreich macht“ und „Wie es um Bewusstsein und Wertschätzung für den Tourismus im Land steht“ zu informieren.

Die Tourismusbranche im Saarland bestätigt erneut ihren Wachstumstrend: In den ersten neun Monaten des Jahres 2017 verzeichnete sie nach Angaben des Statistischen Amtes ein Plus von 1,8 Prozent bei den Übernachtungen.

Wachstumsstärkster Landesteil im Zeitraum Januar bis September ist der Landkreis Saarlouis mit einem Plus von 6,2 Prozent auf 217.596, gefolgt vom Regionalverband Saarbrücken mit 3,8 Prozent Zuwachs auf 484.843 Millionen Übernachtungen.

Der Landkreis St. Wendel verbessert sich um 3,6 Prozent auf 737.760. Auch der Saarpfalz-Kreis liegt mit 0,6 Prozent noch leicht im Plus (296.513). Im Landkreis Neunkirchen gehen die Übernachtungen um 0,6 Prozent auf 183.860, im Landkreis Merzig-Wadern um 3,0 Prozent auf 457.684 zurück.

Um künftig Potenziale zu aktivieren, müssen weitere strategische Investitionen vorgenommen und die Segmente des Aktivtourismus ausgebaut werden.

 

Freizeitwirtschaft im Saarland mit stabilen Besucherzahlen

Ein weiterer wichtiger Indikator auf der Nachfrageseite ist die Entwicklung der Freizeitwirtschaft. Die Besucherzahlen in den Kultur- und Freizeiteinrichtungen im Saarland entwickeln sich stabil (2016 +0,1 Prozent ggü. dem Vorjahr). Hoch im Kurs stehen Stadt- und thematische Führungen, der Besuch von Naturerlebniszentren sowie Museen. Gefragt sind eine Steigerung der Qualität und Investitionen in digitale Angebote sowie die Erlebbarkeit.

Positiv ist die Entwicklung der Gästezufriedenheit zu bewerten: Laut TrustScore lag sie 2016 erstmals bei über 80 Indexpunkten (maximal 100). Damit steigerte sich das Saarland im 5-Jahresvergleich von Rang 14 auf 11 im Bundesländerranking. Online-Bewertungen zur Zufriedenheit und die Teilnahme an Qualitätsinitiativen stehen dabei in enger Wechselwirkung miteinander und ergänzen sich.

 

Gastgewerbe: Betriebswirtschaftliche Situation ausbaufähig

Blickt man auf die betriebswirtschaftliche Situation im Gastgewerbe, dann ist diese jedoch ausbaufähig.

  • Die Kostenbelastung in der Branche konnte in den letzten Jahren trotz Mindestlohn und Co. weitgehend stabil gehalten werden.
  • Gleichzeitig stieg die Eigenkapitalquote leicht an, allerdings nur in der Gastronomie.
  • Schwierig ist die geringe und weiter gesunkene Gewinnmarge der Betriebe. Sie liegt nur bei 5,5 Prozent des Umsatzes (Deutschland: 9,1 Prozent).
  • Positiv stimmt, dass dennoch die Investitionen wieder gestiegen sind. Das gilt für die Investitionstätigkeit und die Investitionsbereitschaft. Im Mittel der letzten 5 Jahre lag die Investitionsquote im saarländischen Gastgewerbe laut der EBIL-Kennzahlen der Sparkassen bei 2,3 Prozent, bundesweit die höchste (D: 1,7 Prozent)

Sparkassen Tourismusbarometer Saarland Infografik

 

Fokusthema: Tourismusbewusstsein im Saarland

Der Tourismus im Saarland ist noch jung – und hat damit eine im Vergleich zu anderen Destinationen geringe Tradition. Das Tourismusbewusstsein ist entsprechend noch relativ schwach ausgeprägt - von den Bürgern über die Beschäftigten in der Tourismuswirtschaft bis zu den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung.

Um auch künftig als Tourismusregion erfolgreich zu sein, braucht es mehr Wertschätzung, Akzeptanz und Anerkennung für die Bedeutung der Tourismusbranche als Faktor der Wirtschafts- und Regionalentwicklung im Saarland.

Denn diese Rolle wird dem Tourismus noch längst nicht von allen Beteiligten beigemessen. Zwar nehmen die meisten Akteure die positiven Effekte des Tourismus für eine höhere Freizeit- und Lebensqualität durchaus wahr. Gerade die ökonomische Bedeutung der Branche wird aber sehr differenziert wahrgenommen. In den Köpfen der meisten Akteure ist das Saarland noch immer eher eine Freizeit- als eine Tourismusregion, wenngleich die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre größtenteils anerkannt und gewürdigt wird.

 

Proaktive Informationspolitik für Bewusstseinsbildung gefragt

Die Bedeutung des Tourismus für mehr Wertschöpfung und der Beitrag der Branche zum Strukturwandel im Saarland müssen noch stärker in den Köpfen aller Leistungs- und Entscheidungsträger verankert werden. Hier kommt es auf eine proaktive Informationspolitik an, denn der Kenntnisstand zu touristischen Themen ist auf allen Ebenen noch zu gering. Derzeit sucht man Maßnahmen zur Erhöhung des Bewusstseins auf betrieblicher und politischer Ebene oft noch vergeblich.

Die Intensität des Tourismusbewusstseins fällt zwischen den Akteursgruppen sehr unterschiedlich aus: Während der Landes- und Kreispolitik relativ gute Noten ausgestellt werden, ist das touristische Engagement vor allem auf der lokalen politischen Ebene stark ausbaufähig.

Nicht zu unterschätzen ist die Rolle der Medien. Gerade auf lokaler Ebene sind sie wichtige Multiplikatoren, die eine enorme Reichweite im Saarland erzielen. Der Tourismus ist hier schon als Top-Thema angekommen: Fast täglich wird über die Branche im Saarland berichtet. In der Regel ist die Berichterstattung positiv und der Förderung des Bewusstseins für die Branche sehr förderlich.

Vor allem bei der Kommunikation nach innen gibt es allerdings noch Potenzial für die gezielte Platzierung von Fachthemen, zumal sich viele der Stakeholder über die Presse zum Tourismus informieren.

 

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Sparkassen Tourismusbarometer Saarland 2017 Bericht CoverDen aktuellen Bericht des Sparkassen-Tourismusbarometers Saarland 2017 können Sie hier downloaden.

Das dwif erstellt ebenfalls Sparkassen-Tourismusbarometer in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Westfalen-Lippe und in den fünf ostdeutschen Bundesländern.

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