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Tourismusstrategie Thüringen 2025 veröffentlicht: Offensive Produktentwicklung als Ziel

Dienstag, 08. August 2017

Thüringen hat den Rahmen für seine Tourismuspolitik bis 2025 abge­steckt. Die neue „Tourismusstrategie Thüringen“ fokussiert vor allem auf die vier Themen Marketing, wirtschaftliche Situation der Betriebe, Organisationsstrukturen und Digitalisierung. Die Landesstrategie wurde vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft in Auftrag gegeben. Eine Bietergemeinschaft unter Federführung des dwif arbeitete seitdem intensiv an den neuen strategischen Eckpfeilern für den Tourismus im Land.

  • dwif: Landestourismuskonzeption Thüringen 2025 veröffentlicht.
    Neue Marketingausrichtung und offensive Produktentwicklung sollen Qualität im Thüringen-Tourismus steigern.

Marketing, wirtschaftliche Situation der Betriebe, Organisationsstrukturen und Digitalisierung sind die vier zentralen Themen der neuen Landestourismusstrategie Thüringen, die am 01. August 2017 von Thüringens Wirt­schaftsminister Wolfgang Tiefensee vorgestellt wurde.  „Das sind die vier Stellschrauben, die entscheidend sind für eine ganzheitliche touristische Entwicklung in den kommenden Jahren“, so der Minister.

Das Profil Thüringens müsse geschärft, die Wertschöpfung der Unternehmen gesteigert, die Strukturen gestrafft und die Digitalisierung konsequent genutzt werden. Geplant ist zudem eine „Produktentwicklungsoffensive“, die zu mehr und vor allem qua­litativ hochwertigeren Angeboten in allen Thüringer Reisegebieten und Regionen führen soll. Dies schließt die proaktive Akquisition neuer Investitionen etwa in Hotels oder Ferienparks ein.

 

Tourismusstrategie Thueringen 2025 dwif Themen

 

Kundensicht zählt

Zentraler Punkt: Beim Marketing werde man auf eine konsequente Kunden­orientierung umschalten, sagte Tiefensee. „Wir betrachten Thüringen konse­quent aus der Sicht des Reisenden und Urlaubers und fragen: Was sind die zentralen Motive, als Tourist unser Land zu besuchen?“

Im Kern gebe es vier solcher Motive („Kennerschaft“, z.B. in Kultur oder Geschichte; „Faszination“, z.B.  von bestimmten Orten und Zeiten; „Sehnsucht“, z.B.  nach Natur, Ent­spannung, neuen Erfahrungen; „Neugierde“, z.B. auf Unbekanntes, Neues jenseits des Mainstreams), denen für die allererste Kundenansprache vier überregional bekannte Leitprodukte – Weimar, Wartburg, Rennsteig und Erfurt – zugeordnet seien. „Das sind vier auch überregional sehr bekannte Ziele in Thüringen, deren Zugkraft wir aus Marketinggründen nutzen wollen, um zusätzliche Touristen ins Land zu locken“, so der Minister.

 

Offensive zur Produktentwicklung geplant

Einmal hier, gehe es darum, die Thüringen-Besucher auch für andere Ziele und Regionen im Land zu interessieren. „Dafür wollen wir mit einer Offensive zur Produktentwicklung und Angebotsverbesserung in allen Regionen Thü­ringens die Grundlage schaffen“, so der Minister weiter. Dabei werde die Thüringer Tourismus GmbH (TTG) eine wichtige Rolle im Umsetzungs­management spielen und das notwendige Know-how bereitstellen.

Zugleich werde man auf die erst 2016 gegründete Informationsplattform „Tourismus­netzwerk Thüringen“ zurück­greifen. Wesentlich sei allerdings die Bereitschaft der Tourismusorganisa­tionen und Leistungsträger vor Ort, gemeinsam an einer verbesserten Qualität und Vermarktung des Reiselands Thüringen zu arbeiten – „denn erfolgreiche Produktentwicklung entsteht aus den Regionen heraus im Zusammenspiel mit den Tourismusorten und lokalen Leistungsträgern“.

„Unser primäres Ziel ist weniger die Steigerung der Ankünfte und Übernach­tungen“, sagte der Wirtschaftsminister. „Entscheidend ist die Steigerung des Umsatzes in den Betrieben.“ Viel zu oft werde die Strategie verfolgt, mit nied­rigen Preisen Gäste anzulocken. „Das allerdings bewirkt eine Abwärtsspirale: niedrige Preise, unattraktive Bezahlung, wenig Gewinn, wenig Investitionen und mittelmäßiger Service. Das müssen wir ändern.“

 

Ordnung im Datendschungel

Weitere wichtige Punkte: Im Bereich der Digitalisierung wolle man dafür sorgen, dass auch kleinere touristische Anbieter Zugang zu den großen Buchungsplattformen bekommen. „Dafür müssen wir bei uns in Thüringen Ordnung im Datendschungel schaffen – also wegkommen von vielen kleinen, unkoordinierten Einzelaktivitäten hin zu einer gemeinsamen Contentdaten­bank, in der alle Inhalte nach einer vorgegebenen Struktur erfasst und vor allem miteinander verknüpft sind.“

 

Tourismusstrategie Thueringen 2025 dwif Digitalisierung

 

Gemeinsam für den Tourismus im Land

„Viele Regionen und Akteure stehen bereits in den Startlöchern, um die Um­setzung unserer neuen Tourismusstrategie konstruktiv zu begleiten“, sagte Tiefensee, der sich zugleich für die breite Beteiligung und Unterstützung in der Erarbeitungsphase bedankte. „Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir gemeinsam in den kommenden Jahren einen echten Quantensprung im Thü­ringen-Tourismus schaffen können, von dem am Ende alle Regionen und An­bieter profitieren.“

Das sei schon deshalb notwendig, weil der Tourismus über direkte und indirekte Effekte mit rund 3,1 Milliarden Euro Umsatz, 80.500 Be­schäftigten und einem Anteil von 3,7 Prozent  am Volkseinkommen zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen im Freistaat zähle. Allerdings sei Tourismus ein Thema, das nicht nur das Gastgewerbe im engeren Sinne betreffe. „Die Gemeinde, der Landkreis, letztlich die Bevölkerung müssen es als komplexe Aufgabe annehmen. Nur wenn das gesamte Umfeld stimmt, werden wir erfolgreich sein“, so der Minister.

Bereits an der Erarbeitung der Tourismusstrategie zwischen April 2016 und Juni 2017 hatten sich eine Vielzahl von Einrichtungen, Verbänden und Inte­ressengruppen beteiligt, u.a. TTG, regionale Tourismusorganisationen, Tou­ristinformationen, Branchenvertreter wie Industrie- und Handelskammern, DEHOGA Thüringen, Heilbäderverband, Verband der Campingwirtschaft, Jugendherbergswerk, Klassik-Stiftung, Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Ministerien und kommunale Spitzenverbände.

 Textteile basierend auf Pressemiteilung des Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft 01.08.2017

 

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