UPDATE November 2020

      
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dwif-Corona-Kompass

Wir möchten Destinationen, Gastgewerbe und Freizeitwirtschaft an dieser Stelle nutzenstiftende Fakten zu den Auswirkungen der aktuellen Krise geben und gemeinsam mit Ihnen den Blick in die Zukunft richten.

Sie alle sind mit der Bewältigung der durch das Coronavirus ausgelösten Krise beschäftigt. Die Nachfrage ist eingebrochen, dann hat sie wieder angezogen und ist nun erneut eingebrochen. Existenzen stehen auf dem Spiel und weitere Einschränkungen sind mindestens für die nächsten Monate absehbar, wenngleich die Lerneffekte aus der ersten Recovery-Phase eine Perspektive bieten. Wie groß die kurzfristigen Verluste an Nachfrage, Umsätzen und Einkommen sind, können wir mittlerweile bilanzieren.

SICHER IST: Unsere Branche trifft es nach wie vor extrem hart und sie wird eine lange Erholungsphase benötigen.

SICHER IST AUCH: Sie brauchen weiterhin Orientierung und Vergleichszahlen. Das haben uns die vielen Rückmeldungen zu unseren bisherigen Ausgaben des dwif-Corona-Kompass gezeigt. Vielen Dank für diese Bestätigung.

Wir liefern Ihnen auch weiterhin das erforderliche Benchmarkwissen: Schritt für Schritt und immer dann, wenn belastbare Daten vorliegen. Wie Sie es von uns kennen, sind es Zahlen und Fakten aus unserem dwif-eigenen Datenreservoir sowie aus weiteren, fundierten Quellen.

dwif-Corona-Kompass liefert Fakten

In unserem dwif-Corona-Kompass finden Sie wichtige Schlüsselkennziffern mit kommentierten Infografiken. Diese können Sie mit Ihrer Situation vor Ort vergleichen.

Laufend aktualisierte Einschätzungen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Deutschlandtourismus und unser Blick auf die einzelnen Tourismussegmente runden unser Informationspaket ab.


Rund 46 Mrd. Euro Verlust

in den Destinationen in Deutschland durch die Auswirkungen des Coronavirus
im Zeitraum März bis August 2020

Nach unseren exklusiven Berechnungen beläuft sich der Umsatzausfall in den Destinationen in Deutschland für den Zeitraum März bis August 2020 auf über 46 Mrd. Euro. Der Tages- und der Übernachtungstourismus sind davon insgesamt fast gleichermaßen betroffen.

Das entspricht wöchentlichen Umsatzeinbußen in Höhe von knapp 1,8 Mrd. Euro. Diese Daten wurden exklusiv zusammen mit dem Deutschen Tourismusverband DTV am 05. November 2020 präsentiert.
Details zur Berechnung

Für die Berechnung des Umsatzausfalls wurden die Übernachtungszahlen der amtlichen Statistik für März bis August, Hochrechnungen für Privatquartiere, Dauercamping und Reisemobilisten sowie aktuelle Zahlen des dwif-Tagesreisenmonitors berücksichtigt. Fahrtkosten für die An- und Abreise sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Für die Schätzung im Monat November erfolgten eine Übertragung der Erfahrungswerte aus den realen Daten des Monats April 2020 sowie Anpassungen an die gegenwärtigen Bedingungen (z. B. geöffneter Einzelhandel).


dwif-Schätzung

Weiterer Umsatzausfall in Höhe von über 10 Mrd. Euro durch den Lockdown im November 2020.

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Download dwif-Corona-Kompass Update November 2020

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Lockdown & Recovery

Spannend ist ein Blick in die unterschiedlichen Phasen von Lockdown und Recovery: Der Umsatzausfall lag in den Monaten März, April und Mai 2020 zusammen bei 34,7 Mrd. Euro (davon Tagestourismus 60 Prozent, Übernachtungstourismus 40 Prozent).

Im Zeitraum Juni bis August 2020 kamen weitere 11,9 Mrd. Euro hinzu, aber die Verhältnisse kehrten sich um: Tagestourismus 33 Prozent, Übernachtungstourismus 67 Prozent).

Wir führen dies einerseits auf eine schnellere Erholung vieler Segmente im Tagestourismus zurück, aber auch auf Kompensationseffekte zu ausgefallenen Urlauben insbesondere in den Sommerferien.

Freiwillige Aufgabe Tourismus unter Druck

Die Umsatzausfälle durch ausbleibende Gäste und zunehmend unter Druck geratende öffentliche Haushalte führen auch bei Tourismusorganisationen zu existenziellen Fragen sowie zur Überprüfung der freiwilligen Aufgaben durch die Kommunen.


Karsten Heinsohn

Stellvertretender Geschäftsführer
Leiter Marktforschung

  • Was bedeutet das für Sie als politische Entscheider*innen und Verantwortliche in den Destinationen?

    • Stärken Sie die öffentliche Wahrnehmung der Tourismus- und Freizeitbranche als Wirtschaftsfaktor.
    • Stoßen Sie aktiv Diskussionen rund um das Thema „freiwillige Aufgabe Tourismus“ an, Transparenz und ein offenes Miteinander sind hier wichtig. Schaffen Sie damit einen Schulterschluss zwischen kommunalen Entscheider*innen und Touristiker*innen.
    • Führen Sie gerade jetzt die vielerorts angeschobenen Prozesse zur Bildung wettbewerbsfähiger Destinationsmanagementorganisationen weiter bzw. initiieren Sie diese (Aufgabenteilung, Finanzierung etc.)
    • Landes- und Bundeshilfen für Betriebe und Kommunen sollten ausgebaut und flexibel eingesetzt werden.
    • Haben Sie schon jetzt die Spätfolgen der Corona-Pandemie im Blick, wie die Auswirkungen auf den touristischen Arbeitsmarkt, die Finanzierung oder die Qualitätsentwicklung.

Aktuelle Markttrends & unsere Empfehlungen

dwif Corona-Kompass 2020 Update November Übernachtungstourismus
dwif Corona-Kompass 2020 Update November Übernachtungstourismus II

ÜBERNACHTUNGSTOURISMUS

Rund 127 Mio. gewerbliche Übernachtungen weniger als im Vorjahr. Das ist die Zwischenbilanz für den Zeitraum Januar bis August 2020. Besonders der Monat August war im Inland noch durch einen positiven Sommerferieneffekt und damit eine zunehmende Recovery geprägt. Erstmals waren wieder einige wenige Regionen im Plus (Vergleich gegenüber dem Vorjahresmonat). Dabei reichte die Spanne von +22 Prozent in der Prignitz bis –56 Prozent in der Region Main und Taunus mit Frankfurt.

Die starken Rückgänge der Übernachtungen deutscher Gäste im Ausland und ausländischer Gäste im Inland hielten und halten weiter an. Angebotsseitig war im Sommer eine leichte Verknappung der Zahl der geöffneten Betriebe und der angebotenen Schlafgelegenheiten festzustellen (im August jeweils -3,6 Prozent).

Zunehmende Segmentierung und Fragmentierung im Tourismus

Dabei kristallisieren sich die Destinations- und Betriebstypen allgemein sowie die damit verbundene Angebots- und Gästestruktur vor Ort als entscheidende Faktoren für die Stärke der Auswirkungen der Corona-Pandemie heraus.

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Wasser- und Bergdestinationen sind z. B. weiterhin stärker nachgefragt, während der Städtetourismus auch im Sommer und Herbst weiter deutlich verliert. Reisen in weitgehend autarken Betriebstypen wie Ferienwohnungen/-häuser und Camping zeigen eine stärkere Recovery als Hotels oder Gruppenunterkünfte. Mit Blick auf die Entwicklung der Destinations- und Betriebstypen erwarten wir bis ins Frühjahr hinein keine Trendwende im Sinne einer „Normalisierung“.

Insgesamt bleibt die Marktentwicklung durch Reisewarnungen, Lockdown und Ängste potenzieller Reisender jedoch sehr labil. So schlägt der zweite Tourismus- und Freizeit-Lockdown in der bisherigen ersten Recovery-Phase, die damit ein jähes Ende fand, voll durch. Dadurch entstehen zusätzliche Unsicherheiten bei Anbietenden und Nachfrager*innen für die Planungen in den kommenden Monaten. Direkte Effekte sind bereits jetzt etwa durch zunehmende Stornierungen für die Folgemonate oder eine Zurückhaltung bei der Zahl der Vorbuchungen zu beobachten.

Der Marktanteil der Übernachtungen für den Lockdown-Monat November 2020 liegt je nach Bundesland laut amtlicher Statistik zwischen 4 und 8 Prozent an einem Normaljahr. Dieser Wert gibt somit eine Orientierung für die weiteren zu erwartenden Nachfrageausfälle. Das „Nachfrageausfallpotenzial“ für den Dezember liegt bei einem Fortbestand des Lockdowns bei durchschnittlich 6 Prozent.

Fassen wir die aktuellen Entwicklungen zusammen

2020 wird es keine „Krisen-Gewinner“ im Deutschland-Tourismus geben, lediglich weniger stark betroffene Destinationen. Zwar wirken der Leisure-Tourismus und die Inlandsmärkte stabilisierend, doch können sie die Ausfälle u. a. bei Geschäftsreisen und im Incoming-Segment nicht ausgleichen (so geht die DZT laut einer aktuellen Studie davon aus, dass das 2019er-Niveau des Incoming-Tourismus erst 2024 wieder zu erreichen sein wird). Parallel dazu hält der Trend zu einem verstärkten Kurzfristgeschäft an und wird durch den zweiten Tourismus- und Freizeit-Lockdown forciert.

Aus der ersten Recovery-Phase haben wir auch gelernt, dass Marktregeln und bekannte Muster temporär ausgesetzt sind. Die Entwicklung geht von gesättigten zu ungesättigten Märkten. Das bedeutet, nicht die Attraktivität oder die Begehrlichkeit einer Destination entscheidet, sondern politische Rahmenbedingungen rund um die Ausweisung von Risikogebieten und Einreisebestimmungen.

Diese Entwicklung führt derzeit zu einer vielerorts beobachteten Strukturumkehr und einer zunehmenden Segmentierung und Fragmentierung im Übernachtungstourismus: unterschiedliche Entwicklungen zwischen Betriebs- und Destinationstypen, aber auch zwischen einzelnen Betrieben vor Ort und in Abhängigkeit von der Bedeutung einzelner Marktsegmente (Geschäftsreiseverkehr/MICE, Ausland, Gruppengeschäft, Betriebsformen).

Handlungsempfehlungen für Betriebe & Destinationen
  • Berücksichtigen Sie das veränderte Buchungsverhalten. Bauen Sie so viel Flexibilität wie möglich ein, passen Sie ggf. Stornobedingungen an, geben Sie Sicherheit und setzen Sie auf Hygienemaßnahmen vor Ort.
  • Kundenbindungsmaßnahmen nehmen weiter an Bedeutung zu. Die erste Recovery-Phase hat gezeigt, wie groß der Wunsch nach Reisen ist, wenn es wieder möglich ist.
  • Stellen Sie sich auch mittelfristig auf veränderte Angebots- und Nachfragestrukturen ein. Dafür braucht es ein gutes Krisen- und Recovery-Monitoring in den Destinationen.
  • Sicherheit und transparente Kommunikation mit und für Besucher*innen, Beschäftigte, Bevölkerung und Betriebe sind das A und O im weiteren Verlauf der Corona-Pandemie.
  • Überdenken Sie schon heute Geschäftsmodelle und prüfen Sie neue Wege der Kund*innenansprache (z. B. Themen- und Zielgruppenausrichtung anpassen).
  • Stärken Sie die Lobbyarbeit im Tourismus. Ein vereintes Wir-Gefühl als Signal in Politik und übrige Wirtschaft, aber auch als Stärkung der Branche nach innen ist wünschenswert.
  • Stellen Sie sich schon jetzt auf die erneute Recovery-Phase ein, aber auch auf einen weiterhin „wellenförmigen“ Weg im Umgang mit der Corona-Pandemie mit wechselnden Einschränkungen und Lockerungen im Verlauf der nächsten Monate.

GASTGEWERBE

Nach dem Stresstest während des ersten Lockdowns hatten die meisten Gastronomie- und Beherbergungsunternehmen ihren Betrieb wieder aufgenommen. Der zaghafte Aufwärtstrend aus der Sommersaison wird nun durch die Schließung des Gastgewerbes im November 2020 wieder gestoppt. Fest steht: Die anhaltende Coronakrise wird das Gastgewerbe lange beschäftigen und der Wiederaufbau wird eine Mammutaufgabe für alle Partner*innen.

Fokus Hotelmarkt

Nachdem die deutschen Hotelbetriebe ihre Auslastung in den letzten Jahren stetig verbessern konnten, weisen sie im Zeitraum Januar bis September 2020 einen Rückgang von 50 Prozent aus (Quelle: STR-Global). Bundesweit allerdings mit starken Unterschieden.

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So erreichten die Hotelbetriebe an der Küste in den Sommermonaten fast ihre Vorjahreswerte, eine Steigerung war aufgrund der Kapazitäten allerdings kaum möglich. Die Stadthotellerie ist nach wie vor deutlich stärker von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen, weil viele Reiseanlässe nach wie vor wegfallen (z. B. Messen, Kongresse, Sport- und Kulturveranstaltungen, Musicals, Ausstellungen) und der internationale Reiseverkehr deutlich eingeschränkt war und ist.

In der Preispolitik sind die Unterschiede zwischen den Regionen ebenso sichtbar: Hotelbetriebe in den Küstenbundesländern konnten ihre Preise während der Corona-Pandemie durchschnittlich sogar erhöhen. Die Gründe hierfür liegen vermutlich im Einpreisen Corona-spezifischer Hygienemaßnahmen und in der Kompensation ausgefallener Umsätze. In allen anderen Destinationstypen in Deutschland lag das Preisniveau in der Hotellerie 2020 unter demjenigen des Vorjahres.

Finanzielle Situation der Betriebe

Nach einer Umfrage des DEHOGA Bundesverbandes benötigen die Betriebe für einen erfolgreichen Wiedereinstieg nach Eigenangaben rund 70 Prozent ihres durchschnittlichen Umsatzes. Derzeit erreichen die Betriebe im Schnitt jedoch nur 50 Prozent ihrer normalen Auslastung und können somit nicht wirtschaftlich arbeiten. Das Gastgewerbe ist generell durch niedrige Eigenkapitalquoten und hohen Fixkosten gekennzeichnet. Miet- und Personalaufwand stellen den Großteil der Fixkosten.

Bund und Länder bieten deshalb Überbrückungshilfen für gastgewerbliche Betriebe an. In der DEHOGA-Blitzumfrage vom September gaben dennoch knapp 65 Prozent der Betriebe an, dass die bisher von Bund und Ländern angebotenen Liquiditätshilfen und Kreditprogramme für sie nicht ausreichten, um die Krise zu bewältigen. Diese Situation wird sich im Zuge des Lockdowns im November trotz der angekündigten Entschädigungszahlungen sicher noch verschärfen.

Die oberste Prämisse ist daher die Schaffung von Liquidität. Die Politik bietet den gastgewerblichen Unternehmen Unterstützung in Form von Überbrückungskrediten, Steuerstundungen und vereinfachten Regelungen für das Kurzarbeitergeld an. Auch wenn die laufenden Überbrückungshilfen der Regierung um ein halbes Jahr bis zum 30. Juni 2021 verlängert und unbürokratisch verfügbar sein sollen, wird dies nach unserer Einschätzung für viele gastgewerbliche Betriebe nicht ausreichen. So ist eine Insolvenzwelle derzeit zwar (noch) nicht aus den zur Verfügung stehenden Zahlen abzulesen, aber zunehmende Marktaustritte im Verlauf des Winters absehbar.

Handlungsempfehlungen für Betriebe und Destinationen
  • Legen Sie Abstands- und Hygienekonzepte langfristig an und kalkulieren Sie einen Hygiene-Aufschlag, den Sie auch kommunizieren sollten.
  • Prüfen Sie weitere Einsparpotenziale oder handeln Sie Verlängerungen von Übergangskonditionen aus (Zulieferer, Versicherungen, Energieversorger und IT-Dienstleister, Einkaufsgemeinschaften etc.).
  • Gastronomie: Entwickeln Sie bestehende Geschäftsmodelle und Raumkonzepte weiter und erschließen Sie zielgruppenspezifische Zusatzgeschäfte (Abholservice, Kooperation mit Lieferdiensten, straffe Speisekarten, Trend „Ghost Kitchen“ etc.).
  • Beherbergungsgewerbe: Stellen auch Sie Ihr Geschäftsmodell und Ihre Zielgruppen auf den Prüfstand, beispielsweise durch (Teil)Umstellung auf Langzeit-Vermietung, Zielgruppendifferenzierung von Tagungshotels etc.
  • Landes- und Bundeshilfen für Betriebe sollten ausgeweitet und für das Gastgewerbe spezifiziert werden (klare Regelungen, unbürokratischer Zugang etc.).
  • Intensivieren Sie als Destination Ihre Marktbeobachtung und den Austausch mit den Unternehmer*innen, um drohende Angebotslücken frühzeitig zu identifizieren.
dwif Corona-Kompass 2020 Update November Gastgewerbe

dwif Corona-Kompass 2020 Update November Freizeitwirtschaft & Tagestourismus
dwif Corona-Kompass 2020 Update November Tagesreisen

FREIZEITWIRTSCHAFT & TAGESTOURISMUS

Der Tagestourismus ist ein milliardenschweres Standbein im Deutschlandtourismus und wichtig für eine kontinuierliche Auslastung vieler Einrichtungen und Anbieter. Im Zuge der Auswirkungen der Corona-Pandemie haben wir im Rahmen des dwif-Tagesreisenmonitors allein in den Monaten März und April einen Rückgang der Tagesausflüge bis zu 70 Prozent gemessen.

Die aktuellen Daten zeigen, dass die Zahl der Tagesausflüge im Zeitraum zwischen Januar und September 2020 insgesamt „nur“ um 12 Prozent zurückgegangen ist. Gleichzeitig erfolgte im Zuge der ersten Recovery-Phase eine Verlagerung auf „naturnahe Aktivitäten“ wie Radfahren, Wandern oder die Fahrt ins Blaue. Dagegen waren vor allem die Aktivitäten Veranstaltungsbesuch (fehlendes Angebot) und Besuch von Freizeiteinrichtungen rückläufig. Zunächst sprangen die Tagesausflüge im näheren Wohnumfeld wieder an. Im Verlauf des Sommers normalisierten sich die zurückgelegten Distanzen weiter.

Freizeitwirtschaft durch Corona hart getroffen

Die Freizeitwirtschaft, die für Gäste von Außerhalb, Tagesgäste und Einheimische als Aktivität bei der Urlaubs- und Freizeitgestaltung wichtig ist, wurde durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie hart getroffen.

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Viele Einrichtungen konnten ihre Saison aufgrund des Lockdowns im Frühjahr erst mit Verzögerung starten. In der ersten Recovery-Phase hatten es Outdoor-Einrichtungen wie Landschaftsattraktionen und Zoos/ Tierparks dann deutlich leichter als Indoorangebote.

Trotz umfangreicher Hygienekonzepte sowie Zugangsbeschränkungen lagen die Besucherzahlen insgesamt jedoch auch im August und September noch deutlich unter den Vorjahreswerten. Wie eine dwif-Umfrage im Rahmen der Sparkassen-Tourismusbarometer bei über 150 Freizeiteinrichtungen in der zweiten Oktoberhälfte zeigt, sehen immer noch rund ein Fünftel die Existenz ihres Angebotes durch die Corona-Pandemie bedroht. Der neue Lockdown im November wird die Situation weiter verschärfen.

Fassen wir die aktuellen Entwicklungen zusammen

Die Erwartungen an eine schnelle Erholung der Tagesreisen haben sich bestätigt. Diese Entwicklung ist auch bei künftigen Recovery-Phasen zu erwarten, wenngleich gerade im August und September Überkompensationseffekte zur Hauptreisezeit aufgrund teilweise ausgefallener Übernachtungsreisen festzustellen waren. Die veränderten Rahmenbedingungen rund um Motive und Aktivitäten und dadurch bedingte geringere Wertschöpfungseffekte werden voraussichtlich auch im Herbst/Winter 2020/21 weiter Bestand haben, wenngleich die Möglichkeiten der Outdoor-Aktivitäten im Winter insgesamt eingeschränkter sind als wir dies im Frühjahr 2020 erlebt haben.

Die Freizeitwirtschaft steht nach wie vor unter Druck. Der neue Lockdown stellt besonders die Indoor- oder Kombiangebote wie Zoos, mit teils hohen Besucherzahlen in der Nebensaison, vor weitere Herausforderungen. Dagegen sind Ausflugsschifffahrt, Freilichtmuseen, Naturinfozentren oder einige Outdoor-Freizeitparks weniger betroffen, da die Saison vielerorts bereits Ende Oktober endete.

Dennoch hatte bereits Mitte Oktober jede zweite Freizeiteinrichtung Hilfsprogramme in Anspruch genommen. Auch dieser Anteil wird durch den neuerlichen Lockdown weiter steigen. Zudem droht mit Blick auf die Saison ab 2021 ein Investitionsstau in der Freizeitwirtschaft, denn nach eigenen Angaben müssen bereits mehr als 50 Prozent der Einrichtungen geplante Investitionen verschieben oder streichen.

Handlungsempfehlungen für Betriebe und Destinationen
  • Die Erfahrungen zeigen, dass bei einer Lockerung der Corona-bedingten Einschränkungen sehr schnell ein hoher Nachfragedruck auf öffentliche Bereiche, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen entsteht. Insbesondere Hotspots im Winter sollten sich darauf vorbereiten.
  • Derzeit wird der motorisierte Individualverkehr bei Ausflügen von einem noch größeren Anteil genutzt als in Normaljahren. Auf dieses temporäre Mobilitätsverhalten gilt es sich einzustellen.
  • Verringerte Umsatzmöglichkeiten durch „Kapazitätseinschränkungen“ werden weiterhin insbesondere bei Indoor-Angeboten Bestand haben. Prüfen Sie deshalb weiterhin Einsparpotenziale (Zulieferer, Versicherungen, Energieversorger und IT-Dienstleister etc.)
  • Legen Sie Abstands- und Hygienekonzepte langfristig an und kalkulieren Sie einen Hygiene-Aufschlag, den Sie auch kommunizieren sollten.
  • Landes- und Bundeshilfen für Betriebe sollten ausgeweitet und für die Freizeitwirtschaft spezifiziert werden (klare Regelungen, unbürokratischer Zugang etc.).

Auf den Punkt gebracht

Seit März 2020 erarbeiten wir kontinuierlich Aktualisierungen, welche touristischen Marktsegmente voraussichtlich wie stark und wie lang von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sein werden. Sie haben Fragen dazu, benötigen weitere Daten, eine Einordnung Ihrer Situation in den Gesamtzusammenhang? Wir sind gerne für Sie da und unterstützen Sie.

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