5 Schritte zu mehr Agilität im Tourismus

Die rasante Veränderung der Wirklichkeit seit Mitte März 2020 ist der stärkste Treiber, wenn es darum geht, wie die Tourismusbranche agiler werden kann. Das aktuelle Sparkassen-Tourismusbarometer liefert konkrete Analysen, Ideen und Vorschläge, damit Sie als Touristiker*in den dynamischen Herausforderungen der Zeit besser begegnen können. Prädikat „Lesenswert“!

dwif Zahl der Woche: Schritte zu mehr Agilität im Tourismus (Bild: freepik)

 

Der agile Fahrplan: Ihr Start in Richtung Agilität

Agiles Arbeiten im Tourismus wird immer wichtiger, um sich zum Beispiel flexibler auf geändertes Gästeverhalten oder Krisensituationen einzustellen, die Stakeholder in der Region intensiver einzubeziehen, generell das Netzwerk auszubauen und um die Digitalisierung–auch die Kommunikation nach innen und außen – voranzutreiben. Das aktuelle Sparkassen-Tourismusbarometer liefert konkrete Analysen, Ideen und Vorschläge, damit Sie als Touristiker*in den dynamischen Herausforderungen der Zeit besser begegnen können.

Eine Standardlösung, um als Unternehmen agil zu werden, gibt es nicht. Das folgende Fünf-Punkte-Programm ist aber eine geeignete Richtschnur für den Einstieg – und zwar als Prinzip und Weg für große Unternehmen ebenso wie für Klein- und Kleinstbetriebe. Es handelt sich aber keinesfalls um ein lineares, sondern um ein sogenanntes iteratives Vorgehen: Erfolgreiche Betriebe, die den Schritt in Richtung Agilität schon gewagt und ihren eigenen Weg gefunden haben, zeichnen sich dadurch aus, dass sie nie stehen bleiben, sondern den eigenen Kurs immer wieder selbstkritisch überprüfen und an neue Gegebenheiten anpassen.

 

ZDW dwif Ferienwohnungsmarkt Handlungsfelder

 

Schritt 1: Ihr Unternehmen analysieren

Ausgangspunkt jeglicher Veränderung sollte das Feststellen von Handlungsbedarfen sein. Veränderung darf nie um der Veränderung willen in Angriff genommen werden, sondern ist als Mittel zu begreifen, um unpassende oder überlebte Strukturen und Prozesse in Unternehmen zu verbessern.

In einem ersten Schritt geht es um folgende Fragen:

  • Welche Themen beschäftigen uns?
  • Wo brauchen wir andere Lösungen?
  • Wohin wollen wir?
  • Aber auch: Was läuft gut?
  • Worauf können wir aufbauen?
  • Was wollen und dürfen wir nicht verändern?

Auf dieser Basis können Handlungsfelder definiert und Lösungen gefunden werden.

 

Schritt 2: Werte und Regeln (weiter-)entwickeln

Für eine vertrauensvolle Basis braucht es einen gemeinsamen Rahmen. Zusammen mit den Mitarbeitenden entwickelte Werte, Richtlinien und Regeln geben Sicherheit in der Veränderung. Wenn jeder gehört wird beziehungsweise sich einbringen kann, entsteht ein hohes Maß an Respekt und Akzeptanz. Folgende Fragen werden an dieser Stelle eine Rolle spielen: Welches sind unsere Werte? Wie wollen wir kommunizieren? Was sind unsere Unternehmensleitlinien?

 

Schritt 3: Die eigene Balance finden

Jedes Unternehmen muss seinen individuellen Weg finden, neue Arbeitsweisen zu implementieren. Dabei muss nicht sofort alles verändert werden, vielmehr gilt es, reflektiert und über eine schrittweise Weiterentwicklung des Unternehmens zu verfahren. Wichtig ist es, hier bereits Entscheidungsprozesse zu reformieren und diese zum Beispiel von freiwilligen Innovatorengruppen steuern zu lassen.
Mögliche Fragen: Welche Neuerungen/neuen Arbeitsweisen wollen wir einführen? Was müssen wir (zunächst) beibehalten? Was ist weiterhin sinnvoll, aber nicht entscheidend?

 

Schritt 4: Neue Räume eröffnen

Neue Arbeitsweisen und Haltungen brauchen auch entsprechend Raum, um sich wirkungsvoll entfalten zu können. Das bedeutet die Erschließung eines ganzheitlichen Potenzials der Menschen im Unternehmen durch neue Denk- und Handlungsspielräume (flachere Hierarchien, Beteiligungsprozesse, Kompetenzentwicklung) sowie räumliche und zeitliche Flexibilität. Unternehmen müssen solche Lösungen gedanklich und technisch vorantreiben.

 

Schritt 5: Auf individuelle Bedürfnisse von Mitarbeitenden und Kund*innen eingehen

Führungskräfte müssen individuelle Bedürfnisse und Kapazitäten der Mitarbeitenden im Blick behalten und nach und nach ein coachendes Führungsverständnis entwickeln. Regelmäßiges (gegenseitiges) Feedback sowie Ausblicke auf Entwicklungsmöglichkeiten sind wichtig. Dabei geht es vor allem um den Mitarbeitenden an sich, aber auch darum, Mitarbeiter*innen dazu zu befähigen, Kund*innenbedürfnisse und Prozessabläufe bestmöglich bedienen zu können.

 

Die agile Anpassung an immer neue Herausforderungen ist naturgemäß eine Daueraufgabe, ein ewiger Kreislauf. Umso wichtiger ist es, (auch kleine) Erfolge wahrzunehmen, sie zu würdigen und zu feiern, um sich dann gemeinsam mit neuem Schwung an die nächsten Aufgaben zu machen.

 

Fazit: Agilität & New Work heißen also nach wie vor

  • Strukturen – die allerdings flexibler und gleichberechtigter sind als zuvor.
  • Regeln – die gemeinsam entwickelt werden und die nicht mehr das hierarchische, sondern das agile Zusammenarbeiten steuern.
  • Führung – die sich aber mit anderen Themen befasst und auf neue Weise präsent sein muss.
  • Verantwortung – die aber großflächiger verteilt wird, wobei es im juristischen Sinne weiterhin Geschäftsführer geben muss.

Welche Werte, Regeln, Methoden und Prozesse passend und dienlich sind, hat jedes Unternehmen individuell zu definieren, und zwar partizipativ und gleichberechtigt statt von oben verordnet. Eine Standardlösung für agile Unternehmen gibt es nicht, denn:

Bei Agilität & New Work geht es nicht um den besseren Weg, sondern um Ihren Weg!

 


 

Weitere Informationen zum Aufbruch in die Welt von Agilität und New Work

Passend zum diesjährigen Branchenthema des Sparkassen-Tourismusbarometers "Agilität & New Work", war nach der Absage der ITB-Präsentation Flexibiltät und Umdenken gefragt. Gemeinsam mit unserem Auftraggeber, dem Ostdeutschen Sparkassenverband, galt es einen neuen Weg zu finden, wie wir mit den Ergebnissen des Tourismusbarometers in diesem Jahr umgehen: Was müssen wir in der aktuellen Situation neu akzentuieren? Welche Fakten gilt es zu ergänzen? Wann und auf welchem Weg können wir die Touristiker*innen am besten erreichen? ...

Die Ergebnisse präsentieren Lars Bengsch und Karsten Heinsohn Ihnen in diesem Jahr virtuell: Rund 35 Minuten spannende Fakten und nutzenstiftende Tipps als Video für Sie und Ihr Team.

 

Hier geht's zum kompletten Video "Agilität & New Work"

Sparkassen Tourismusbarometer OSV Video Agilitaet Teaser

 

Wer lieber in Ruhe schmökern möchte, dem empfehlen wir den ausführlichen Berichtsband des Sparkassen-Tourismusbarometers Ostdeutschland mit den ausführlichen Infos zum Spezialthema „Agilität und New Work im Tourismus“ in vier Kapiteln:

(1)  Komplexe Rahmenbedingungen
(2) Was bedeuten Agilität und New Work?
(3) Vier Leitsätze zu Agilität und New Work
(4) Sich auf den Weg machen: Tool-Kits für Agilität und New Work in der Praxis

Im dazugehörigen Onlineband finden sie zudem eine Checkliste zur Mitarbeiter*innen-Journey, Ergänzungen zum agilen Fahrplan für den Start, agile Arbeitsmethoden, ein Überblick darüber, was agile Ansätze für Führungskräfte und Mitarbeiter*innen bedeuten, eine Auswahl bereits agil arbeitender Unternehmen, ein Hinweis zu entsprechenden Fördermöglichkeiten und vieles mehr.

 

Sparkassen-Tourismusbarometer Ostdeutschland: Bericht erschienen

Sparkassen Tourismusbarometer OSV 2020 Cover

13. Juli 2020: Anfang Juli ist der vollständige Bericht zum Sparkassen-Tourismusbarometer Ostdeutschland 2020 erschienen. Und auch die Länderveranstaltungen sind terminiert. Schauen Sie doch gleich mal in unseren Event-Bereich und melden Sie sich an.

Den Bericht können Sie hier bestellen (externer Link)

KONTAKT

München

Sonnenstraße 27
80331 München
Tel +49 (0)89 - 237 028 90
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Berlin

Marienstraße 19-20
10117 Berlin
Tel +49 (0)30 - 757 94 90
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!