Mehrzahl der 144 deutschen Reiseregionen mit Übernachtungsplus im ersten Halbjahr 2019

Die Ergebnisse der amtlichen Statistik (Beherbergungsbetriebe ab 10 Betten) für das erste Halbjahr 2019 liegen vor. Das Reiseland Deutschland ist sowohl bei Gästen aus dem Inland als auch aus dem Ausland weiter beliebt. 75 Prozent der Regionen in Deutschland verzeichnen im ersten Halbjahr 2019 Übernachtungszuwächse. Berichtskreisprüfungen haben weiterhin Auswirkungen auf die Daten der amtlichen Statistik.

dwif Zahl der Woche: Mehrzahl der 144 deutschen Reiseregionen mit Übernachtungsplus im ersten Halbjahr 2019 (Bild: freepik)

 

Wachstumstrend im Deutschland-Tourismus scheinbar ungebremst

Auch im ersten Halbjahr 2019 konnten wieder Übernachtungszuwächse in Höhe von 3,7 Prozent erreicht werden (Inland: +3,9 Prozent, Ausland: +2,9 Prozent). Die Zahl der Ankünfte hat sich um 3,0 Prozent erhöht.

Erfreulich: alle Bundesländer und 75 Prozent der 144 Reiseregionen profitierten von diesem Wachstum. Die Stadtstaaten Bremen (+7,5 Prozent), Hamburg (+5,5 Prozent) und Berlin (+5,3 Prozent) sind die heimlichen Gewinner des Bundesländerrankings und zeigen einmal mehr die Bedeutung des Städtetourismus in Deutschland.

In Mecklenburg-Vorpommern (+14,5 Prozent) und Schleswig-Holstein (+5,7 Prozent) sorgten Sondereffekte für die hohen Steigerungsraten. Auf Regionsebene zeigt sich die Dynamik im deutschen Städtetourismus auch abseits der großen touristischen Schwergewichte. Neben München (+8,0 Prozent) können auch die Regionen Städte Eisenach, Erfurt, Jena, Weimar (+8,9 Prozent), Potsdam (+8,1 Prozent) und Oberbayerns Städte (+7,0 Prozent) mit hohen Wachstumsraten glänzen.

Führend im Regionsranking ist das Württembergische Allgäu-Oberschwaben (+44,2 Prozent) in Baden-Württemberg – die Eröffnung des Center Parcs Allgäu im Herbst 2018 hat hier für stark steigende Besucherzahlen gesorgt.

 

dwif Uebernachtungsstatistik Halbjahr 2019

 

Berichtskreisprüfungen sorgen für Verzerrungen

Wie bereits im Jahr 2018 stellt die amtliche Statistik die Touristiker weiter vor Interpretationsprobleme. In einigen Bundesländern, darunter Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Bayern, fanden und finden Berichtskreisprüfungen statt, die auch Auswirkungen auf den Deutschlandwert haben.

Hier wird die Liste der meldepflichtigen Betriebe aktualisiert. In den beiden norddeutschen Bundesländern werden zudem Apartmentvermittlungen in die berichtspflichtige Gruppe der Betriebe ab 10 Betten übernommen (bisher als Privatvermieter gelistet), so dass es sich bei den ausgewiesenen Steigerungsraten größtenteils um einen statistischen Effekt und kein reales Wachstum handelt. Zukünftig sind auch in anderen Bundesländern Berichtskreiserweiterungen zu erwarten.

 

Weitere Indikatoren zum Monitoring der Tourismusentwicklung

Da die amtliche Statistik die tatsächliche touristische Entwicklung in den Bundesländern, Orten und Regionen nur in Teilen abbildet (Beherbergungsbetriebe ab 10 Betten), ist es wichtig, weitere Kennziffern im Blick zu behalten:

  • Neben Betrieben mit 9 und weniger Betten (den sogenannten Privatvermietern) sind auch
  • die zahlreichen Übernachtungen von Freunden, Verwandten und Bekannten (der „Sofatourismus“) ein nicht zu unterschätzendes Marktsegment im Übernachtungstourismus, das für Umsätze in Einzelhandel, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen sorgt.
  • Nicht zu vergessen ist der Megamarkt Tagesreisen.

Der Tourismusmarkt in Deutschland basiert zum größten Teil auf den Umsätzen aus dem Tagestourismus. Im Gegensatz zum Übernachtungstourismus in gewerblichen Unterkünften, werden die Bewegungen der Tagesreisenden (geschäftlich und privat) jedoch in keiner amtlichen Statistik erfasst.

Bislang war es eher sporadischen, von der öffentlichen Hand geförderten, Grundlagenuntersuchungen vorbehalten, Licht ins Dunkel der Mengengerüste des Tagestourismus zu bringen. Seit 2016 erheben wir im Rahmen des dwif-Tagesreisenmonitors kontinuierlich Marktdaten zum Tagestourismus über ein deutschlandweites Online-Panel.

Die Definition der Tagesreisen wurde, dem internationalen Gebrauch entsprechend, beibehalten. Es werden alle Tagesreisen (Tagesgeschäftsreisen und Tagesausflüge) mit über und unter 50 km erfasst, um den realen Gesamtmarkt ohne Mindestentfernung abzubilden.

Dabei werden nur die Tagesreisen der letzten Woche erfasst, um das Erinnerungsvermögen der Befragten nicht unnötig zu strapazieren. Die Ergebnisse werden auf die deutschsprachige Gesamtbevölkerung hochgerechnet und in umfangreichen Kontrollen durch unsere Expert*innen auf Plausibilität geprüft.

 

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