Update
MAI 2026
dwif-Fakten-Kompass
Mit unserem dwif-Fakten-Kompass geben wir Ihnen seit Anfang 2020 regelmäßig eine datenbasierte Orientierung zu aktuellen Entwicklungen im Deutschland-Tourismus und zu aktuellen Trends.
Unsere zwei Kompasse – einer für den Winter, einer für den Sommer – liefern Ihnen unsere datenbasierte Einschätzungen und Orientierungswerte zur Marktsituation in deutschen Destinationen, im Gastgewerbe und in der Freizeitwirtschaft.
Unser Update vom 19. Mai 2026 fasst für Sie die Lage der Wintermonate November 2025 bis Februar 2026 komprimiert zusammen. Wie Sie es von uns kennen, basieren die Erkenntnisse auf Zahlen und Fakten aus unserem dwif-Datenschatz (z.B. dwif-Besucher*innenmonitoring Freizeitwirtschaft, dwif-Tagesreisenmonitor) sowie aus weiteren fundierten Quellen (z.B. amtliche Tourismusstatistik, STR-Global, Bundesagentur für Arbeit).
Dabei gehen wir folgenden Fragen nach:
- Wie lief die Wintersaison 2025/26 im Deutschland-Tourismus?
- Welche Länder und Regionen haben im Übernachtungstourismus wie performt, wo gibt es Potenziale?
- Wie steht es um den Tagestourismus und die Freizeitwirtschaft?
- Welche Trends lassen sich für die Sommersaison 2026 ableiten?
In unserem dwif-Fakten-Kompass stellen wir wichtige Schlüsselkennziffern mit kommentierten Infografiken zusammen. Diese können Sie mit Ihrer Situation vor Ort vergleichen.
Video dwif-Fakten-Kompass
Kurz & knackig zusammengefasst
In diesem dwif-Impuls vom 19. Mai 2026 präsentierten Karsten Heinsohn und Anja Schröder kurz & knackig die Entwicklungen der Wintermonatemonate November 2025 bis Februar 2026. Im Video erwarten Sie zusätzliche Details und Hintergründe, die im Text nicht vollständig abgebildet sind.
Auch viele weitere Videos der dwif-Impulse-Reihe sind auf unserem dwif-Youtube-Kanal veröffentlicht. Schauen Sie doch mal rein!
Aktuelle Markttrends & unsere Empfehlungen
Wintermonate November 2025 bis Februar 2026
TAGESTOURISMUS & FREIZEITWIRTSCHAFT
Der Tagestourismus ist ein milliardenschweres Standbein im Deutschland-Tourismus und wichtig für eine kontinuierliche Auslastung vieler Einrichtungen und Angebote.
dwif-Tagesreisen-EKG
Unser dwif-Tagesreisen-EKG zeichnet deutschlandweit weiterhin das Bild eines eher verhaltenen Tagesreiseverhaltens: Zwar sind kurze Phasen der Erholung erkennbar, ein stabiler Aufwärtstrend bleibt jedoch bislang aus. Entsprechend liegt die durchschnittliche Zahl privater Tagesausflüge pro Kopf und Kalenderwoche auch 2025 noch deutlich unter dem Normalniveau der Jahre 2018/2019. Immerhin registrierte unser dwif-Tagesreisenmonitor im Zeitraum November 2025 bis März 2026 gegenüber dem gleichen Zeitraum 2024/25 eine leicht höhere Tagesreiseintensität.
Im Detail zeigte sich die Tagesreiseaktivität im Herbst 2025 insgesamt auf den Vorjahreswerten, blieb damit jedoch unter dem Normalniveau dieser Jahreszeit. Zu Beginn des Jahres 2026 deutet sich zunächst ein vielversprechender Start mit höherer Aktivität an, bevor sich ab März 2026 wieder eine deutlichere Zurückhaltung abzeichnet.
Gerade im März bremsen wirtschaftliche und geopolitische Rahmenbedingungen die Ausflugsaktivitäten erneut. Das bestätigt auch unsere Sonderfrage im dwif-Tagesreisenmonitor: Seit Anfang März 2026 gaben über 40% der Deutschen an, aufgrund der Rahmenbedingungen weniger Tagesausflüge als gewöhnlich zu unternehmen – zu Jahresbeginn und auch 2024/2025 waren es „nur“ rund 33%. Diese Trendwende in den Ausflugsabsichten setzte parallel zum Angriff der USA und Israels auf den Iran ein. Hier zeigt sich, wie sensibel die Nachfrage hierzulande auch auf globale Krisen reagiert. Wie sich die Tagesreisenintensität unter den aktuellen Bedingungen im Frühsommer weiter entwickeln wird, bleibt abzuwarten; erste Trends aus dem dwif-Tagesreisenmonitor lassen kurzfristig keine Stabilisierung erkennen. Vielmehr deuten die Zahlen auf eine Zurückhaltung im Ausflugsverhalten hin, die wir in erster Linie auf die zu beobachtende Konsumzurückhaltung und die gestiegenen Mobilitätskosten zurückführen, da der Großteil der Tagesausflüge mit dem Pkw unternommen wird.
Tagesreisen aktiv managen: Einheimische & Nahmärkte als Stabilitätsanker
Das Tagesreiseverhalten bleibt volatil und reagiert sensibel auf Rahmenbedingungen. 2026 braucht es klare Aktivierungsanlässe, passgenaue Motive und eine konsequente regionale Ansprache.
Die Anforderungen bleiben die gleichen: Eine aktive, passgenaue Produktentwicklung sowie eine zielgruppenspezifische und leistungsversprechende Kommunikationsstrategie sind gefragt, um Tagesgäste trotz der aktuellen Rahmenbedingungen gezielt zu aktivieren. Gerade auch Alternativangebote im näheren Umfeld zum Wohnort können hier für Impulse sorgen (Zielgruppe Einheimische). Für kostenintensivere Motive wie Veranstaltungsbesuche oder Einrichtungen der Freizeitwirtschaft gilt umso mehr, ein klares Qualitäts- und Erlebnisversprechen einzulösen.
Die Freizeitwirtschaft ist mit ihren Einrichtungen ein wichtiger Anlaufpunkt für die Aktivitäten der Einheimischen, der Tages- und Übernachtungsgäste. Das Besucher*innenvolumen in der Freizeitwirtschaft lag im Zeitraum November 2025 bis Februar 2026 mit 0,5 Prozent Besucher*innen weniger leicht unter dem Niveau des Vergleichszeitraumes 2024/25. Die Erlebnisangebote waren die einzigen Einrichtungstypen, die das Ergebnis des Vorjahreszeitraums übertrafen (+0,8 Prozent). Die Kulturangebote verfehlten das Vorjahresniveau um 1,6 Prozent, die Fahrgastzahlen der touristischen Verkehrsträger sanken um rund 4 Prozent. Die Besucher*innenzahlen der Natur- und Landschaftsattraktionen brachen wie bereits im Vorwinter erneut stark ein (-12,8 Prozent).
Ein Blick auf die einzelnen Monate im Winter 2025/26 zeigt, dass sich die Nachfrage in den Freizeiteinrichtungen ambivalent entwickelte. Steigenden Besucher*innenzahlen im November (+4,3 Prozent) und Dezember (+3,3 Prozent) und stabilen Zahlen im Februar (-0,2 Prozent) stand ein deutlicher Rückgang im Januar um rund zehn Prozent gegenüber. Das ausgeprägte Winterwetter lockte die Menschen regional mit viel Schnee eher zu Ausflügen in die Natur, hielt sie andererseits aber durch Glatteis und Kälte von Ausflugsaktivitäten ab.
Die Eintrittspreise in den Freizeiteinrichtungen stiegen zu Beginn des Jahres 2026 mit +4 Prozent in ähnlicher Höhe wie im Vorjahr an und damit auch ein weiteres Mal stärker als die Inflationsrate in Deutschland. Höherpreisige Einrichtungen mit stimmigen Angeboten waren bis Februar 2026 trotz Sparneigung weiterhin erfolgreich. Gespart wurde eher an den Zusatzangeboten wie Gastronomie und Souvenirs.
Mit Blick auf die Handlungsempfehlungen für Betriebe und Destinationen gelten nach wie vor die zentralen Ansatzpunkte aus der Sommerausgabe unseres dwif-Fakten-Kompasses:
- Kurzfrist-Steuerung professionalisieren: Für Wetterfenster, Buchungslücken und Ereignisse standardisierte „Aktivierungspakete“ bereithalten (z.B. Themen, Programmempfehlungen, aktive Preissteuerung, Partner-Deals).
- Wetterrobuste Winter- und Nebensaisonprodukte ausbauen: Neben Outdoor-Spitzen (Schnee-/Winter-Highlights“) gezielt Indoor-/Schlechtwettermotive stärken (Kultur, Wellness, Kulinarik, Events, Familienangebote). Diese sollten mit buchbaren Bausteinen statt nur Inspiration hinterlegt sein.
- Tagesreisen-Management als eigenes Arbeitsfeld etablieren: Zielgruppen (Einheimische, Nahmärkte) mit klaren Motiven, Tagesprogrammen und „Anlasskalender“ führen (Wochenenden, Ferien, Winter-Events, Sonderausstellungen).
- Wertschöpfung und Planbarkeit im Tagestourismus steigern: Buchbare Tagesprodukte (Timeslots, Kombitickets, Events) mit stimmigen Nebenleistungen verbinden (Gastro, Shop, Führungen).
- Qualitätsversprechen sichtbar machen: Einheitliche Qualitätsstandards entlang der Customer Journey (z.B. Service, Nachhaltigkeit, Erlebnis, Barrierearmut) und aktiv Gästefeedback nutzen.
- Mobilität als Nachfragehebel integrieren: Tages- und Übernachtungsgäste suchen nach einfachen Anreisemöglichkeiten und planbarer Mobilität vor Ort. Ansatzpunkte bieten Angebote mit dem ÖPNV, ein aktives Parkraummanagement, Kombitickets, Besucherlenkung und Echtzeitinformationen.
ÜBERNACHTUNGSTOURISMUS
Eine konstante Nachfrage in den Wintermonaten November bis Februar ist für viele Destinationen von großer Bedeutung, um den ganzjährigen Betrieb zu sichern. Das gilt längst nicht mehr nur für Bergregionen, sondern ebenso für Städtedestinationen und Küstenregionen und ist ein wichtiger Baustein für den dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg. In den Wintermonaten 2025/26 bilanzierte die amtliche Statistik rund 117,2 Mio. Übernachtungen im Deutschland-Tourismus. Das waren rund 10 Mio. Übernachtungen mehr als im Winter 2022/2023 und rund 2 Mio. mehr als im Vorjahreszeitraum. In der Geschichte des Deutschland-Tourismus war es – bezogen auf das Übernachtungsvolumen – der zweitstärkste Winter nach 2019/2020. Eine erfreuliche Dynamik, mit der Deutschland allerdings leicht hinter der Entwicklung der Nachbarn Österreich (+5,7 Prozent), Südtirol (+4,7 Prozent) und Schweiz (+3,3 Prozent) zurückblieb.
Nach stabilen Zahlen im November zog die Nachfrage ab Dezember 2025 an. Im Dezember wurde ein Übernachtungsplus von rund 3 Prozent vermeldet. Die 31,95 Mio. Übernachtungen laut amtlicher Statistik bedeuteten das höchste Nachfragevolumen in einem Dezember überhaupt. Im Januar stiegen die Übernachtungszahlen um 1 Prozent und im Februar erneut um 3 Prozent.
Alle Destinationstypen übertrafen im Winter 2025/26 das Vorjahresergebnis. Die im Januar und Februar vielerorts vorhandene Schneedecke beflügelte nicht nur Berg- und Mittelgebirgsregionen (+7,1 Prozent bzw. +1,9 Prozent). Auch an den Küsten (+2,3 Prozent) wurden die Gäste von dem Naturspektakel z.B. der in Teilen zugefrorenen Ostsee angelockt. Die Nachfrage in den Städten entwickelte sich ebenfalls weiterhin dynamisch (+3,2 Prozent).
Planbarkeit sinkt: Tempo & Steuerungsfähigkeit werden zum Wettbewerbsvorteil
Kurzfristige Nachfrageausschläge (Wetter, Kosten, Geopolitik) bleiben wahrscheinlich. Entscheidend ist, wie schnell Angebote, Preise, Kapazitäten und Kommunikation nachgesteuert werden können.
Bei den Bundesländern lag das Saarland mit 8,0 Prozent mehr Übernachtungen deutlich vor Nordrhein-Westfalen (+4,2 Prozent), Schleswig-Holstein (+3,2 Prozent) und Niedersachsen (+3,1 Prozent). Der Großteil der anderen Bundesländer übertraf das Vorjahresergebnis ebenfalls. In Hessen und Hamburg zeigte sich die Nachfrage stabil. Berlin war das einzige Bundesland mit erneut sinkenden Übernachtungszahlen (-2,7 Prozent).
Die Auslandsnachfrage nach Deutschland setzte auch im Winter 2025/26 ihren Aufwärtstrend fort. Insgesamt verzeichneten die Destinationen hierzulande 21,7 Millionen Übernachtungen von internationalen Gästen – ein Zuwachs von 0,4 Mio. bzw. 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswinter. Die Top-Märkte entwickelten sich dabei uneinheitlich. Einem Plus aus dem stärksten Quellmarkt Niederlande sowie der Schweiz auf Platz 3, stehen Rückgänge aus den USA (Platz 2) und Großbritannien (Platz 4) gegenüber.
Bei den Betriebstypen war der Ferienwohnungsmarkt im Winter 2025/26 der wichtigste Wachstumstreiber im Tourismus. Die Hotellerie als Schwergewicht, die rund zwei Drittel der Nachfrage generierte, legte ebenfalls zu. Verluste gab es lediglich bei den Gruppenunterkünften.
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Flexibilität ohne Qualitätsverlust – interne Prozesse stehen bei Betrieben im Fokus: Dienstplanung, Öffnungszeiten, Angebotsstruktur und Einkauf so organisieren, dass Schwankungen besser abgefedert werden (Standardisierung, klare Rollen, digitale Tools, Forecast-Daten nutzen).
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Wert statt Rabatt – Preismanagement und Pakete optimieren: Statt flächiger Preis(rabatt)aktionen bei Nachfragedellen lieber wertstiftende Pakete platzieren (z.B. 2=3-Nächte, zusätzliche Erlebnisangebote, Zeitfenster-Angebote vorplanen, Familienpakete) und transparente Buchungsbedingungen schaffen.
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Erlebnisqualität als Renditefaktor steuern: Investitionen priorisieren, die Gästewahrnehmung direkt verbessern (Sauberkeit, Schlaf und Frühstück als Angebotskern in Beherbergungsbetrieben, Wartezeiten minimieren, Servicepunkte bieten). Gäste-Feedback systematisch sammeln, auswerten und z.B. in „Top-3 Verbesserungen pro Quartal“ übersetzen.
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Arbeitskräfte & Nachfolge aktiv adressieren: Arbeitgeberprofil schärfen (Arbeitszeitmodelle, Weiterbildung, Führung, Unterkunft/Benefits), Kooperationen für Personalpools prüfen; Nachfolge frühzeitig strukturieren (Betriebscheck, Zahlen, Übergabefahrplan, Finanzierungspartner).
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Kooperation statt Einzelkampf: Destinationen, Orte/Städte, Leistungsträger und Verkehrspartner sind gefordert, gemeinsam Besuchsanlässe zu schaffen, abgestimmt zu kommunizieren, die Online-Buchbarkeit zu erhöhen, Daten und Content zu optimieren, um mehr Wirksamkeit zu erzielen.
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Internationalisierung stärken: Wenige potenzialstarke Auslandsmärkte priorisieren; Marktbearbeitung gemeinsam mit Nachbardestinationen/Partnern und DZT bündeln (Content, Kampagnen, Presse).
FOKUS GASTGEWERBE
Die konjunkturelle Entwicklung im deutschlandweiten Gastgewerbe ließ zum Ende des Jahres 2025 auf den ersten Blick eine gewisse Stabilisierung erkennen. Nach den erheblichen Schwankungen der letzten Jahre deutete sich eine gewisse Konsolidierung der Geschäftslage an. Dennoch bewegt sich die Branche weiterhin in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld. Die zahlreichen geopolitischen Konflikte tragen dazu bei, dass Unsicherheiten und Belastungen zunehmend zu dauerhaften Rahmenbedingungen werden. Sie treffen die deutsche Wirtschaft erneut in einer Phase, in der sich zuvor erste Anzeichen einer Erholung abgezeichnet hatten. Erst im Herbst 2025 war eine Aufhellung der Stimmung erkennbar. Dieses Muster entspricht einem Verlauf, der bereits in den vergangenen zwei Jahren zu beobachten war: Ein verhaltener Jahresbeginn, gefolgt von einer Stimmungsverbesserung im Herbst. Vor diesem Hintergrund waren -11 Punkte im Geschäftsklimasaldo zum Jahresstart 2026 nicht ungewöhnlich und lassen noch keine belastbare Prognose für den weiteren Jahresverlauf zu. Seit der Pandemie sowie den anhaltenden geopolitischen Konflikten scheint das Gastgewerbe insgesamt vorsichtiger in neue Geschäftsjahre zu starten. Auch der ifo-Geschäftsklimaindex signalisierte im Januar 2026 einen verhaltenen Jahresauftakt mit getrübter Stimmung und skeptischen Erwartungen. Ergänzend zur konjunkturellen Einordnung prägt die Preisentwicklung das Gastgewerbe. Die Sparneigung der Verbrauchenden befand sich Anfang 2026 auf dem höchsten Stand seit der Finanzkrise 2008.
Im Winter 2025/26 konnten fast 3.400 mehr Gewerbeanmeldungen als -abmeldungen im deutschen Gastgewerbe gemeldet werden, und das obwohl noch nicht alle Zahlen miteinberechnet wurden. Bundesweit wurde damit bereits im vierten Jahr in Folge ein Überschuss registriert. Parallel zur Gewerbestatistik gewann auch die Entwicklung der Insolvenzen im Gastgewerbe zunehmend an Bedeutung. Herbst und Winter gelten häufig als Phase, in der Betriebe nach einem schwachen dritten Quartal vermehrt Insolvenz anmelden müssen. So wurden im Oktober 2025 beispielsweise 4,8 Prozent mehr Unternehmensinsolvenzen registriert als im gleichen Monat des Vorjahres. Deutschlandweit stieg die Zahl der Insolvenzen im Gastgewerbe im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 27,4 Prozent. Besonders stark betroffen war die Beherbergungsbranche mit einem Anstieg von 41,5 Prozent, während die Insolvenzen in der Gastronomie um 26,3 Prozent zunahmen. Damit setzte sich eine Entwicklung fort, die bereits seit drei Jahren zu beobachten ist und jeweils steigende Prognosen aufweist. Nach Angaben der Creditreform-Datenbank zählen gastronomische Betriebe weiterhin zu den besonders insolvenzgefährdeten Branchen und belegen Platz fünf unter den zehn Branchen mit dem höchsten Insolvenzrisiko in Deutschland.
Wertschöpfung vor Volumen: Ertrags- und Qualitätssteuerung
Aktives Yield-/Angebotsmanagement; Qualität & Bewertungen als Leistungsversprechen managen, Serviceketten stabilisieren, Schwachstellen abstellen; Prozesse optimieren, Produkte vereinfachen und „profitable“ Leistungen priorisieren.
Das Preisniveau entwickelt sich derzeit in einer Phase der Konsolidierung nach den Hochpreisjahren 2023/2024. Insgesamt ist eher eine Stabilisierung als eine weitere dynamische Preissteigerung zu beobachten. Gleichzeitig zeigt sich im Markt ein Spannungsfeld: Viele Gäste reagieren zunehmend preissensibel, wobei rund 60 Prozent laut einer Befragung des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen e.V. zum Januar 2026, dass zu hohe Preise sie von häufigeren Restaurantbesuchen abhalten. Demgegenüber steht jedoch eine ebenso große Gruppe, die bereit ist, für eine entsprechend hohe Qualität auch höhere Preise zu akzeptieren. In der Hotellerie sind die Zimmerpreise zuletzt leicht rückläufig gewesen. Laut den Zahlen von STR-Global, mit Fokus auf die Kettenhotellerie sowie Häuser ab vier Sternen, sanken die durchschnittlichen Raten im Winter 2025/2026 um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig setzte sich die positive Entwicklung der Auslastung fort, die im Winter 2025/2026 um 1,3 Prozentpunkte zulegen konnte. Die gute Auslastungsentwicklung führt dazu, dass der RevPAR (Erlös pro verfügbarem Zimmer) weiterhin bundesweit gestiegen ist und im Winter 2025/2026 einen Wert von 67,50 Euro erreichte.
Der Blick auf die Beschäftigtenzahlen zeigt, dass das Gastgewerbe ein Jobmotor bleibt. Die Zahl der Erwerbstätigen im deutschen Gastgewerbe steigt seit über einem Jahrzehnt kontinuierlich – abgesehen von einem kurzfristigen Einbruch in den Pandemiejahren 2020 und 2021. 2025 waren rund 2,3 Millionen Menschen im Gastgewerbe tätig. Auf dem gastgewerblichen Arbeitsmarkt ist zudem seit einigen Jahren ein Trend zu beobachten: Die Zahl der geringfügig Beschäftigten (GfB) stieg deutschlandweit in den letzten Jahren kontinuierlich. So stiegen die gastgewerblichen GfBler im Jahr 2025 gegenüber 2019 um rund 7 Prozent, während die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse lediglich um rund 1 Prozent anstiegen.
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Da Gäste zunehmend preissensibel reagieren, gleichzeitig aber weiterhin bereit sind, für Qualität zu zahlen, sollten Betriebe ihren Mehrwert klar herausstellen. Transparente Preisgestaltung, regionale Produkte, Servicequalität und besondere Erlebnisse gewinnen weiter an Bedeutung.
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Die steigenden Insolvenzzahlen zeigen die Notwendigkeit einer vorausschauenden Finanzplanung. Betriebe sollten Rücklagen aufbauen, Kostenstrukturen regelmäßig überprüfen und insbesondere schwächere Herbst- und Wintermonate frühzeitig absichern.
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Die aktuelle Entwicklung in der Hotellerie zeigt, dass eine steigende Auslastung trotz leicht sinkender Zimmerpreise zu höheren Erlösen führen kann. Eine entsprechend nachfrageorientierte Preisstrategie ist daher zentral.
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Qualität & Wirtschaftlichkeit zusammen denken: Preis- und Kostenstrukturen verschärfen sich. Gleichzeitig sollten Qualität – als differenzierender Erfolgsfaktor (z.B. Prozessqualität, Produktqualität) – und Arbeitgeberattraktivität (z.B. Arbeitsbedingungen, Weiterbildung).
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dwif-FAKTEN-KOMPASS
Werfen Sie hier einen Blick in die Präsentation zum aktuellen dwif-Fakten-Kompass!
Auf den Punkt gebracht
Seit März 2020 beobachten wir kontinuierlich und monatsbezogen den Markt, welche touristischen Segmente – ob Betriebstyp oder Destinationstyp, ob Übernachtungstourismus oder Tagesreisen und Freizeitwirtschaft – sich in welche Richtung entwickeln.
Darüber hinaus geben wir Ihnen strategische Hilfestellungen und Orientierung, beispielsweise im Rahmen unserer Sparkassen-Tourismusbarometer in Themenfeldern wie Agilität, Qualitätssicherung, dem touristischen Arbeitsmarkt, den wirtschaftlichen Effekten des Tourismus, ... und natürlich im Rahmen der Videos unserer Reihe dwif-Impulse.
Sie haben Fragen dazu, benötigen weitere Daten, eine Einordnung Ihrer Situation in den Gesamtzusammenhang?
Ihre Ansprechpartner*innen
Wir sind für Sie da und unterstützen Sie gerne.
Karsten Heinsohn
Geschäftsführer
Leitung Marktforschung & Monitoring
Mandy Belitz-Karsch
Senior Datenmanagerin
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