LEIPZIG REGION: Auf dem Weg zur nachhaltigen Städtedestination
Die LEIPZIG REGION zeigt seit einigen Jahren eine Vielzahl an Bestrebungen im Bereich Nachhaltigkeit. Mit dem „Touristischen Entwicklungsplan“ hat die Stadt Leipzig hierfür einen Rahmen geschaffen. Als eine der Schlüsselmaßnahmen ist die Durchführung von Analysen zur nachhaltigen Städtedestination verankert. Beauftragt von der Stadt Leipzig, durften unsere Kolleginnen Rebecca Schwerdt und Tessa Kemmerling im Rahmen dieser Maßnahme den Status quo sowie die bestehenden Planungen relevanter touristischer Akteur*innen aus Hotellerie, Gastronomie, Kultur- und Freizeitwirtschaft sowie aus dem Bereich Mobilität erheben. Ziel der Studie war es, die vorhandenen Ansätze mit Blick auf die Etablierung nachhaltiger Reiseketten in der LEIPZIG REGION zu bewerten und daraus umsetzbare Perspektiven abzuleiten.

Nachhaltigkeit als strategisches Thema
Leipzig investiert bereits in zentrale Hebel nachhaltiger Entwicklung: vom Radwegeausbau, über Ernährungsstrategie bis hin Beratung, Förderung und Vernetzung. Das langfristige Engagement unterstreichen unter anderem Initiativen wie die touristische Nachhaltigkeitsstrategie, das Energie- und Klimaschutzprogramm 2030, CO₂-Reduktionsziele bis 2040 sowie Projekte wie „klimaneutrale Kultureinrichtungen“.
Nachhaltigkeit ist längst ein zentraler Wettbewerbsfaktor für touristische Unternehmen geworden: Ökologische Verantwortung beeinflusst maßgeblich die Zukunftsfähigkeit. Und auch in Leipzigs Tourismusbranche ist das Thema von großer Bedeutung. Wichtige Impulse kommen unter anderem vom Freistaat Sachsen, der das Themenfeld Nachhaltigkeit im Masterplan verankert hat, und von der Leipziger Tourismus und Marketing GmbH (LTM), die Nachhaltigkeit als Leitprinzip in ihre strategische Ausrichtung aufgenommen hat und mit einer Nachhaltigkeitsbeauftragten aktiv das Querschnittsthema bearbeitet. 2024 wurde zudem die „Touristische Nachhaltigkeitsstrategie“ für die Destination LEIPZIG REGION veröffentlicht.
Die Stadt Leipzig hat im „Touristischen Entwicklungsplan“ Nachhaltigkeit als Querschnittsthema definiert. In allen Projekten und Maßnahmen muss Nachhaltigkeit mitgedacht werden.
Was Betriebe heute schon tun
Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an Corporate Responsibility stellt sich dennoch die Frage, wie gut touristische Betriebe auf die Entwicklung vorbereitet sind – und inwiefern sie bereits von Maßnahmen innerhalb der Nachhaltigkeit profitieren. In Fachgesprächen und Gesprächsrunden wurden daher Betriebe gezielt zur Bedeutung von Nachhaltigkeit im eigenen Betrieb befragt. Ziel war es, den konkreten Unterstützungsbedarf zu erfassen und Ansatzpunkte für wirksame Förderung und Zusammenarbeit abzuleiten.
Es wurde deutlich: Aus Sicht vieler befragter Betriebe ist Nachhaltigkeit im touristischen Angebot Leipzigs häufig bereits vorhanden – allerdings meist implizit integriert und weniger als eigenes Label sichtbar vermarktet. Bei einigen hat das Thema einen hohen Stellenwert und ist strategisch verankert, bei anderen wird es eher nachträglich oder aus pragmatischen Gründen umgesetzt. So werden einerseits beispielsweise E-Boote ursprünglich nicht nur primär aus ökologischen Motiven eingesetzt, sondern zur Verbesserung des Komforts und zur Reduzierung der Lärmbelastung für Gäste. Andererseits entsteht dadurch ein positiver Nachhaltigkeitseffekt.
„Nachhaltigkeitsmomente“ entlang der Reisekette
Entscheidend ist, entlang der gesamten Reisekette sogenannte „Nachhaltigkeitsmomente“ zu identifizieren und aktiv zu gestalten. Aber was meinen wir konkret mit Reiseketten? Eine Reisekette bezeichnet die Gesamtheit aller aufeinanderfolgenden Verkehrsmittel, Aufenthalte und Dienstleistungen, die eine Person von ihrem Ausgangsort bis zum Reiseziel und zurück nutzt. Ziel der Betrachtung der Reisekette war es, alle Stationen der Reise als vernetzten Ablauf zu verstehen und relevante Touchpoints zu erkennen und bei Bedarf zukünftig optimieren zu können. Ein effektiver Ansatz von „Nachhaltigkeitsmomenten“ macht diese für Gäste greifbar, bietet konkrete Wahlmöglichkeiten und vermittelt bestenfalls, wie ihr Verhalten zu positiven Auswirkungen in allen Dimensionen der Nachhaltigkeit beiträgt.
Idealtypisch nachhaltige Reiseketten für die LEIPZIG REGION sollten nachhaltige Optionen konsistent über alle Touchpoints hinweg integrieren, messbar umsetzen und transparent kommunizieren. So lassen sich Vertrauen in die Stadt und positive Emotionen in Kombination mit der Reise erzeugen, sodass Gäste ihre umweltbewussten Entscheidungen leicht treffen können und die Wirkung der Maßnahmen nachvollziehbar bleibt. Frühzeitige Information über nachhaltige Optionen ermöglicht Gästen, schon vor dem nächsten Reisekettenglied umweltbewusst zu handeln und sorgt für einen reibungslosen Übergang zwischen den Touchpoints.
Leipzigs Weg zur nachhaltigen Städtedestination
Die erhobenen Daten haben wir in einer Roadmap zusammengeführt, die realistische Zielsetzungen für jedes Reisekettenglied und zeitliche Umsetzungsschritte aufzeigt. Ergänzend haben wir aus den Abweichungen der aktuell typischen Reiseketten Leipziger Gäste und der aus Nachhaltigkeitsperspektive idealtypischen Reiseketten für ausgewählte Marktsegmente Handlungsoptionen für die öffentliche Verwaltung und die DMO aufgezeigt. Durch gezielte infrastrukturelle Maßnahmen lässt sich Leipzigs ökologische Basis zu einer nahtlosen und emissionsarmen Reisekette verknüpfen. Großes Marktpotenzial liegt in der Bündelung isolierter Angebote zu buchbaren nachhaltigen Packages und Kombitickets, wodurch die Buchungsschwelle für Gäste gesenkt und die Sichtbarkeit vorhandener Leistungen erhöht wird.
Wir bedanken uns für den offenen und konstruktiven Dialog mit den Akteur*innen der LEIPZIG REGION. Der Austausch hat gezeigt, wie groß das Engagement für nachhaltigen Tourismus in der Region bereits ist und welches Potenzial für weitere Entwicklungen besteht. Wir blicken daher gespannt auf die nächsten Schritte und Initiativen der Region auf dem Weg zu einer nachhaltigen Städtedestination.
Für einen zukunftsfähigen Tourismus
Uns als dwif ist es wichtig, Nachhaltigkeit ganzheitlich zu betrachten und individuell passfähige Lösungen zu finden. Erfahren Sie mehr über unsere kontinuierliche Arbeit an messbaren, nachhaltigen Produkten.




