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Pre-Opening der ITB 2026: digitales OSV-Tourismusforum

Freitag, 27. Februar 2026

Der Tourismus befindet sich in einer Konsolidierungsphase. Dies geht aus unserem aktuellen Sparkassen-Tourismusbarometer hervor, das wir mit dem Ostdeutschen Sparkassenverband (OSV) am 27.2.2026 in Potsdam auf dem virtuellen OSV-Tourismusforum vorgestellt haben. Unsere Referent*innen Maike Berndt und Karsten Heinsohn präsentierten dort aktuelle Zahlen, Daten und Fakten live aus dem OSV-Studio. Sie blickten auf das Tourismusjahr 2025 in den ostdeutschen Regionen zurück und gaben einen Ausblick über Trends und Erwartungen für das Reisejahr 2026.

Für alle, die nicht dabei sein konnten oder die Inhalte noch einmal nachlesen möchten, haben wir die wesentlichen Fakten hier noch einmal kurz & knackig zusammengefasst.

dwif: Sparkassen-Tourismusbarometer Ostdeutschland 2026
Zahlen, Daten & Fakten im Livestream


OSV-Tourismusforum – Pre-Opening der ITB mit aktuellen Ergebnissen des Sparkassen-Tourismusbarometers

Die Übernachtungsnachfrage und die Besucherzahlen in den Freizeiteinrichtungen zeigten sich 2025 nahezu stabil. Die Gästezufriedenheit in Ostdeutschland ist weiter gestiegen, bei den Kernleistungen sind die ostdeutschen Betriebe gut aufgestellt. Auch wenn sich bei der konjunkturellen Entwicklung eine Stabilisierung erkennen lässt, bleibt die wirtschaftliche Lage im Gastgewerbe
herausfordernd. Die realen Umsätze waren rückläufig und die Gewinnmargen sanken weiter.

Dies geht aus dem neuen Sparkassen-Tourismusbarometer hervor, das in Potsdam zum Pre-Opening der ITB vorgestellt wurde.

 

Die wichtigsten Zahlen im Überblick

  • Nachfrage stabil: 85,5 Millionen Übernachtungen in Ostdeutschland 2025 (-0,2 Prozent).
  • Qualität: Gästezufriedenheit steigt (Performance Score von TrustYou: 85,0 Punkte).
  • Rückläufige Gewinnmargen und Investitionen (Investitionsquote im ostdeutschen Gastgewerbe: -0,9 Prozent 2024 ggü. 2023).
  • Optimismus: 90 % der ostdeutschen Touristiker*innen erwarten eine stabile oder positive Nachfrage im Frühjahr 2026.
  • Exklusiv: 55-75 Prozent des Budgets in lokalen und 80 Prozent in regionalen Tourismusorganisationen sind öffentlich finanziert.
  • Neu 2026: Wirtschaftsfaktor Tourismus für die fünf ostdeutschen Bundesländer.

 


Der Tourismus in Ostdeutschland in Zahlen: Aktuelle Trends & Entwicklungen

Die Reiselust der Menschen ist ungebrochen. In Deutschland wurden 2025 knapp 500 Millionen Übernachtungen in gewerblichen Betrieben gezählt, ein Plus von 0,3 Prozent im Vergleich zu 2024. Ostdeutschland lag mit -0,2 Prozent in etwa auf dem Vorjahresniveau. Die Zahl der gewerblichen Übernachtungen betrug 85,5 Millionen.


Ambivalente Entwicklung in den Regionen

Die fünf ostdeutschen Bundesländer entwickelten sich ambivalent: leichte Rückgänge in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg, eine rote Null in Thüringen leichte Zuwächse in Mecklenburg-Vorpommern.

 

Tourismusbarometer Ost Infografik 02 2026


Tagesreisen mit hoher Bedeutung und wenig Bewegung

2025 fanden 466,5 Millionen Tagesreisen in Ostdeutschland statt, ein Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und noch 2 Prozent weniger als 2019. Mit einem Bruttoumsatz von knapp 13,9 Milliarden Euro ist der Tagestourismus ein wichtiger Pfeiler der Branche in Ostdeutschland und trägt zur kontinuierlichen Auslastung vieler Einrichtungen und Angebote bei. Outdoor-Aktivitäten wie Wandern oder Radfahren liegen nach wie vor im Trend. Die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen dämpfen weiterhin die Ausflugslust. Ende 2025 gaben jeweils ein Drittel der Deutschen an, weniger Tagesausflüge zu unternehmen oder weniger ausgeben zu wollen bzw. kostenintensive Ausflüge zu reduzieren.


Gästezufriedenheit in Ostdeutschland verbesserte sich weiter

Zur Erfolgsmessung im Tourismus gehören Übernachtungszahlen wie auch ökonomische Kennzahlen zur Wertschöpfung, aber ebenso qualitative Messgrößen wie die Gästezufriedenheit. Diese stieg in Ostdeutschland auch 2025 an (+0,8 Punkte). Der PerformanceScore 2025 lag bei 85,0 Punkten. Mecklenburg-Vorpommern führt mit 85,5 Punkten nicht nur das Ranking in Ostdeutschland an, sondern ist auch bundesweit zusammen mit dem Saarland Spitzenreiter. Sachsen schafft es mit 85,3 Punkten erneut auf den dritten Platz.
Service, Sauberkeit und Zimmerausstattung sind bei Unterkünften besonders wichtig, weil sie zusammen die „Kernleistung“ der Betriebe ausmachen. Der Service wird von den drei Kategorien in Ostdeutschland mit der höchsten Punktzahl bewertet. Thüringen liegt im Bundesländerranking auf Platz 2, Sachsen auf Platz 4 ebenfalls weit vorn platziert. Aber Achtung: Beim Service ging die Zu-friedenheit der Gäste insgesamt zurück. Neu: Seit diesem Jahr können wir auch Aussagen zur Sauberkeit der Beherbergungsbetriebe treffen. Gleich vier ostdeutsche Regionen schaffen es hier unter die Top 10 Destinationen bundesweit: Elbe-Elster-Land, Thüringer Rhön, Oberlausitz-Niederschlesien und Vogtland. Bei der Bewertung der Zimmer werden deutlich niedrigere Punktzahlen erreicht, was auf Investitionsbedarfe hinweist. Die ostdeutschen Bundesländer landen hier im Mittelfeld. TrustYou misst die Gästezufriedenheit durch die Auswertung aller gängigen Online-Bewertungsportale.


Konsolidierung im Gastgewerbe

Die konjunkturelle Entwicklung im Gastgewerbe Ostdeutschlands lässt auf den ersten Blick eine gewisse Stabilisierung erkennen und eine Konsolidierung ist in Sicht. Doch 2025 blieb die Entwicklung durchgehend im negativen Bereich. Aktuell zeigt sich der Jahresstart aus Sicht der Betriebe erneut mit gedämpften Geschäftserwartungen. Trotz teils gestiegener nominaler Erlöse waren die realen Umsätze 2025 gegenüber 2024 rückläufig. Die anonymisierten Elektronischen Bilanzdaten der Sparkassen-Kreditnehmer*innen zeigen, dass zwar der nominale Umsatz des ostdeutschen Gastgewerbes 2024 gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,5 Prozent stieg, inflationsbereinigt ging er jedoch real um 2,7 Prozent zurück. In Verbindung mit weiter gestiegenen Kosten führte dies bereits im dritten Jahr in Folge zu sinkenden Gewinnmargen. Mit 7,9 Prozent erreichte die Umsatzrendite 2024 den niedrigsten Stand des vergangenen Jahrzehnts und folgte damit dem bundesweiten Trend. Die Rentabilität der Betriebe geriet dadurch spürbar unter Druck, zumal sich der Umsatzrückgang 2025 fortsetzte.


Tourismusarbeit in Orten, Destinationen und Ländern

Tourismus ist in Kommunen kein „Zusatzthema“, sondern ein entscheidender Faktor für Standort- und Lebensqualität. Gerade in Ostdeutschland wird Tourismus überdurchschnittlich als wirtschaftliches Standbein und Aushängeschild wahrgenommen. Entscheidend ist: Touristische Investitionen wirken nicht nur für Gäste, sondern ebenso für Einheimische – und damit für Akzeptanz, Lebensqualität und Standortattraktivität.

Tourismusorganisationen sind heute nicht mehr ausschließlich Marketingstellen. Das Aufgabenprofil hat sich deutlich erweitert. Kommunale Erwartungen an den Tourismus sind nachvollziehbar: Nicht nur „mehr Gäste“, sondern bessere Qualität, Ganzjahreswirkung, klare Steuerung und sichtbare Nutzenargumente. Damit verschiebt sich die kommunalpolitische Frage: Nicht „ob Tourismus gefördert wird“, sondern wie das System so organisiert wird, dass Wirkung für alle Anspruchsgruppen entsteht – mit klarer Arbeitsteilung, stabiler Finanzierung und messbarer Leistung.

Kommunale Tourismusarbeit funktioniert am besten als System aus Kommune(n) und regionaler DMO (Destination Management Organization). Die DMO übernimmt Leistungen, die für einzelne Kommunen oft nicht wirtschaftlich, nicht effizient bzw. sinnvollerweise auf der Ebene der Destination angesiedelt sind. Für Kommunen heißt das: DMO-Finanzierung ist keine „Zusatzausgabe“, sondern Kostenvermeidung durch Bündelung. Eine handlungsfähige DMO ist die Voraussetzung dafür, dass kommunale Mittel mehr Wirkung pro Euro erzielen – weil sie regionale Skaleneffekte schafft und Aufgaben übernimmt, die eine Kommune allein nur ineffizient lösen kann.

In der Sonderveröffentlichung „Tourismusarbeit in Orten, Destinationen und Ländern“ wird verdeutlicht, wie wichtig gut vernetzte Destination Management Organisationen (DMO) und digitale Services für die Zukunft unseres Tourismus sind.

 

Mehr lesen! Download der Kurzfassung 2026

Sparkassen Tourismusbarometer OSV Management Summary CoverWie immer gibt das Sparkassen-Tourismusbarometer Orientierung für eine datenbasierte Destinationsentwicklung und Impulse für strategische Entscheidungen. 

Eine Kurzfassung der Ergebnisse vom OSV-Tourismusforum am 27. Februar 2026 finden Sie hier.

Das interessiert mich!

 

Sie wollen mehr erfahren oder haben Fragen?

Wenn Sie Fragen zum diesjährigen Sparkassen-Tourismusbarometer haben, stehen Ihnen Maike Berndt und Karsten Heinsohn jederzeit sehr gerne für einen Austausch zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Fragen, Anregungen und Ideen!

  


 

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