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Sparkassen-Tourismusbarometer Schleswig-Holstein 2018: flexibler, digitaler, nutzenorientierter

Mittwoch, 30. Mai 2018

Vor über 100 Gästen präsentierten Karsten Heinsohn und Markus Seibold heute im Sparkassen-Veranstaltungszentrum in Kiel die Ergebnisse des Sparkassen-Tourismusbarometer Schleswig-Holstein 2018. Dabei präsentiert sich das Tourismusbarometer neu: flexibler, digitaler, nutzenorientierter und mit einem frischen Veranstaltungsformat.

Auftakt im Quadrat: Vier zentrale Thesen in Richtung Branche und Politik

  1. Der SH-Tourismus braucht eine integrierte Strategie im Kampf gegen den Fachkräftemangel – alle Akteursgruppen müssen mehr Eigenverantwortung übernehmen.
  2. Die Qualität im SH-Tourismus steigt weiter, ist aber noch nicht flächendeckend auf einem guten Niveau, insbesondere die Bestandsbetriebe haben Nachholbedarf.
  3. Schleswig-Holstein braucht eine belastbare Grundlage zur regelmäßigen Erfassung des touristischen Gesamtvolumens und dessen Entwicklung über die amtliche Statistik hinaus.
  4. Akteure kommunizieren die positiven Wirkungen des Tourismus noch zu selten bzw. erreichen die Multiplikatoren nicht in ausreichendem Maß.

 

Frischer Wind: Tourismusbarometer als Frühwarnsystem und Qualitätsscout für den SH-Tourismus

Tourismusbarometer SH Impulsvortrag dwif 2018Dabei präsentiert sich das Tourismusbarometer neu: flexibler, digitaler, nutzenorientierter. Neu ist auch das Veranstaltungsformat: Die Referenten Karsten Heinsohn und Markus Seibold sind mit den Akteuren in einen direkten Dialog eingestiegen.

Kurze Impulsblöcke gespickt mit Statements aus der Mitte der Tourismusakteure in SH. Unterstützt durch einen Moderator ging es anschließend jeweils in die Diskussion.

 

Kommunikation und Austausch sind die entscheidenden Stichwörter: Dazu braucht es neben frischen Kommunikationsformaten auch einer Anpassung des Kennzahlensystems im Tourismusbarometer. Die Beantwortung neuer Fragen erfordert neue Inhalte!

So hat das dwif eine Analyse der Social Media-Aktivitäten aufbereitet, und bei den Gästebewertungen gibt es erstmals konkrete Ansatzpunkte durch Kategoriewerte jenseits der Gesamtzufriedenheit. Die Fragen der Branche werden direkt aufgenommen und im Bericht sowie in unterjährigen Kurzanalysen zu Leitthemen aufbereitet. Das Sparkassen-Tourismusbarometer wird damit noch stärker als bisher zu einem Frühwarnsystem und Qualitätsscout für den SH-Tourismus.

 

5 Kernerkenntnisse des Sparkassen-Tourismusbarometers Schleswig-Holstein 2018 

Tourismusbarometer SH Infografik 2018 

# Fakt 1: Das Marktvolumen wächst weiter.

Mit einem Plus von 6,0 Prozent laut amtlicher Tourismusstatistik war Schleswig-Holstein 2017 das dynamischste Bundesland überhaupt.

Aber Achtung: Das hohe Wachstum in Schleswig-Holstein 2017 ist zum Teil auf Berichtskreiserweiterungen des Statistikamtes Nord zurückzuführen, so dass die Daten nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar sind und das wird auch 2018 so bleiben.

Hier erfolgt seit dem zweiten Halbjahr 2017 die Integration weiterer Betriebe in die amtliche Tourismusstatistik. Besonders Apartmentvermittlungen an der Nordsee und in kleinerem Maße an der Ostsee waren davon betroffen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen realen Kapazitätsausbau, sondern eine Verschiebung von vormals im Bereich der Privatvermieter gelisteten Betriebe und Übernachtungen in die berichtspflichtige Gruppe der Betriebe ab 10 Betten.

Dies betraf ein Volumen von 20.000 bis 25.000 Schlafgelegenheiten, also rund 10 Prozent der Gesamtkapazitäten im Land. Bereinigt um diesen Effekt kommt Schleswig-Holstein 2017 dennoch auf ein Wachstum von rund 3,4 Prozent, das ergab eine Modellrechnung des dwif in Kooperation mit dem Statistikamt Nord. Dabei ist die sogenannte Berichtskreispflege wichtig; neue Betriebe kommen an den Markt, alte scheiden aus, einige kommen ihrer gesetzlichen Berichtspflicht nicht im erforderlichen Maß nach. Durch die Anpassungen wird der Markt schlicht besser abgebildet und werden die Daten belastbarer.

 

# Fakt 2: Megamarkt Tagestourismus

Zum touristischen Gesamtmarkt in SH zählen neben den 29,9 Mio. Übernachtungen in den gewerblichen Betrieben Verwandten-/Bekanntenbesuche, Dauercamping und Reisemobilisten, Privatvermieter sowie Freizeitwohnsitze u.a.m.

Zusammen sind das rund 87 Mio. Übernachtungen. Der zahlenmäßig größte Markt in SH sind aber die Tagesreisen. Nach einer aktuellen Erhebung des dwif belaufen sich diese auf 145,8 Mio. Insgesamt eine viertel Milliarde Aufenthaltstage sprechen für sich.

Die neuen Berechnungen des dwif zum Wirtschaftsfaktor Tourismus in SH belegen: Der Tourismus ist ein Milliardengeschäft im Echten Norden, mit einem Bruttoumsatz von knapp 9,5 Mrd. Euro für 2017. Die Übernachtungs- und Tagesgäste geben ihr Geld in der Beherbergung, in der Gastronomie, der Freizeitwirtschaft oder im Einzelhandel aus. Der Beitrag zum Volkseinkommen in Schleswig-Holstein beläuft sich auf 5,9 Prozent.

Umgelegt auf das durchschnittliche Volkseinkommen pro Kopf und Jahr ergibt sich ein Äquivalent von über 168.000 Personen, die durch die touristische Nachfrage ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Alle Ergebnisse zum Wirtschaftsfaktor Tourismus lesen Sie in der aktuellen Sonderveröffentlichung des Sparkassen-Tourismusbarometers Schleswig-Holstein.

 

# Fakt 3: Der Spielraum für unternehmerisches Handeln wächst weiter.

Nach den Bilanzdaten der Sparkassen – exklusive anonymisierte Daten der Kreditnehmer der Sparkassen – stieg allein die Eigenkapitalquote in den letzten fünf Jahren um knapp 10 Prozentpunkte.

Parallel dazu stiegen die Innenfinanzierungskraft und die Umsatzrendite der Betriebe deutlich an. Doch es fällt auf, dass die Investitionsquote derzeit relativ niedrig ist. Daher sind insbesondere bestehende Betriebe gefordert, aktiv zu werden. Wo vorhanden, steht die Beseitigung von Instandhaltungsstaus an erster Stelle.

Zudem sollten notwendige Investitionen in das Personal (Weiterbildung, Gehaltsanpassung etc.), in die Qualität (Prozessoptimierung, Zertifizierung etc.) oder in das Marketing (Online-Aktivitäten, Kundenbindung etc.) geprüft werden. Das gilt für das Beherbergungsgewerbe ebenso wie für die Gastronomie und die Freizeitwirtschaft.

 

# Fakt 4: Investitionen in die Qualität des SH-Tourismus spiegeln sich in der Gästezufriedenheit wider.

Schleswig-Holstein liegt laut TrustYou mit 84,7 von 100 möglichen Indexpunkten hinter Bayern stabil auf Rang 2 im Bundesländervergleich. Der TrustScore fasst Bewertungen von über 30 Onlineplattformen für Hotels zu einem Gesamtwert der Gästezufriedenheit zusammen, die das dwif exklusiv bundesweit aufbereitet.

Erstmals können auch Aussagen zu einzelnen Kategorien getroffen werden: Der Service ist auf einem guten Niveau, das es zu halten gilt. Besonders stark hat sich das Bundesland in den letzten Jahren in den Kategorien Hotel und Zimmer entwickelt. Die Investitionen zahlen sich also auch in der Gästezufriedenheit aus. Wichtig: Bewertungen ersetzen Qualitätsinitiativen wie Dehoga, Bett&Bike oder ServiceQ Deutschland nicht, sondern sie ergänzen sich. Denn zertifizierte Betriebe erhalten nachweisbar bessere Bewertungen. Mehr dazu lesen Sie auch hier.

 

# Fakt 5: Engpässe auf dem Arbeitsmarkt.

Der Erfolg der letzten Jahre und die Rahmenbedingungen rund um den Branchenwettbewerb und den demografischen Wandel führen insbesondere auf dem touristischen Arbeitsmarkt zu Engpässen.

So stieg der Anteil der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten zwischen 2014 (Startschuss der aktuellen Wachstumsphase) und 2017 von 4,0 auf 4,4 Prozent. Hier schlagen sich Investitionen und Nachfragewachstums direkt in Arbeitsplatzeffekten nieder. Doch parallel dazu stieg nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit die Zahl der gemeldeten freien Stellen um 50 Prozent an. Der Anteil der unbesetzten Ausbildungsstellen lag 2017 bei 17,5 Prozent (2012: 11,0 Prozent).

Perspektivisch bedeutet das: Finden die Branche und ihre Partner keine Lösungen, wird es schwer sein, die Servicequalität oder sogar die angebotenen Dienstleistungen zu (er)halten.

 

Mehr erfahren
Zur Vorstellung der aktuellen Ergebnisses aus dem Sparkassen-Tourismusbarometer 2018 ist eine Infografik und eine Sonderveröffentlichung zum Wirtschaftsfaktor Tourismus erschienen.
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