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Gastgewerbe-Spezial Schleswig-Holstein: Befragung zur Corona-Krise und Blick in die Zukunft

Montag, 31. Mai 2021

Mehr als ein Jahr ist es mittlerweile her, dass die Corona-Pandemie unsere Welt auf den Kopf gestellt hat. Und damit auch das Reisen und die Lebensgrundlage vieler Menschen und Betriebe im „echten Norden“. Wie ist es ihnen ergangen? Und was erwarten sie sich von der Zukunft? Wir haben nachgefragt!

dwif-Corona-Kompass: Gastgewerbe-Spezial Schleswig-Holstein: Befragung zur Corona-Krise und Blick in die Zukunft (Bild: freepik)
Wie geht es den Gastgewerbe-Betrieben im "echten Norden"?

 

So lief das Corona-Jahr in Schleswig-Holstein

Im Corona-Jahr 2020 hatten die Betriebe durchschnittlich an 103 Tagen geschlossen, an 81 Tagen durften sie nur eingeschränkt öffnen. Damit blieben nur etwa dreieinhalb Monate, um den Gewinn für das gesamte Jahr zu erwirtschaften. Kein Wunder, dass bei etwa zwei Dritteln der Betriebe Mitarbeitende in andere Branchen gewechselt sind, wie unsere Online-Befragung in Kooperation mit dem DEHOGA Schleswig-Holstein zeigt.

Umso schlimmer, wenn dann auch noch das Arbeitsamt gegen die Branche arbeitet, wie uns ein befragter Betrieb verriet: „O-Ton Arbeitsamt: Gastgewerbe hat keine Zukunft mehr, suchen Sie sich einen anderen Arbeitsplatz.“ Zwar haben die meisten Betriebe Kurzarbeitergeld und staatliche Hilfen beantragt. Dennoch benötigten mehr als die Hälfte der Betriebe zusätzlich Überbrückungskredite.

 

dwif Corona Kompass Statistik Update Gastgewerbe Schleswig-Holstein

 

Finanzielle Situation der Betriebe besorgniserregend

Kleiner Lichtblick: „Nur“ gut sechs Prozent der Betriebe gaben an, kurz vor der Insolvenz zu stehen. In anderen Regionen in Deutschland liegt diese Zahl deutlich höher.

Die Übernachtungsentwicklung in unserem dwif-Corona-Kompass zeigt: Die Ostsee (SH) gehört zu den Top-5-Regionen mit den niedrigsten Rückgängen und war somit 2020 noch am nächsten an einem „Normaljahr“ dran. Das darf jedoch nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass die finanzielle Situation der Betriebe besorgniserregend ist. Aufgrund fehlender Liquidität und steigender Schulden werden fast zwei Drittel der Betriebe in den nächsten Jahren keine Investitionen tätigen können.

 

…und doch nutzen viele Akteur*innen die Krise zur Zukunftssicherung

Die Betriebe haben aber keineswegs den Kopf in den Sand gesteckt, sondern mehrheitlich Aufgaben abgearbeitet, für die im Tagesgeschäft keine Zeit bleibt. Mehr als die Hälfte hat die Krise als Chance wahrgenommen, im eigenen Unternehmen positive Veränderungen vorzunehmen.

Neben den pandemiebedingten Hygienemaßnahmen waren es vor allem Modernisierungen und Instandhaltungen, Optimierung von Prozessen oder Strukturen sowie die Prüfung und ggf. Änderung von Verträgen mit Lieferant*innen, Stromanbieter*innen etc

 

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Was wird die Zukunft bringen?

Grundsätzlich blicken die befragten Betriebe eher positiv in die Zukunft: Auf einer Skala von 1 bis 10 liegt das Bundesland mit 6,2 in der optimistischen Hälfte. Das sind gute Voraussetzungen für die Krisenbewältigung.
Weniger gut ist hingegen, dass rund 55 Prozent der Betriebe, die bisher Nachwuchskräfte ausgebildet haben, dieses Engagement in Zukunft nicht fortführen wollen. Zur jetzt schon spürbaren Abwanderung qualifizierter Kräfte kommt also in den nächsten Jahren noch ein Nachwuchsmangel.

Und genau das ist ein hochbrisantesThema, das die Branche gemeinsam mit der Politik schnellstmöglich angehen muss. Diese gemeinsame Vernetzung innerhalb der Branche und darüber hinaus wird auch von den Betrieben als ein Thema bewertet, das zukünftig an Relevanz gewinnt. Noch weiter oben auf der Agenda der gastgewerblichen Betriebe stehen nach Hygienekonzepten Kosteneinsparungsmaßnahmen, digitale Angebote und Nachhaltigkeit.

Diese und ähnliche Themen werden auch im Rahmen des Sparkassen-Tourismusbarometers Schleswig-Holstein im Herbst behandelt.

 

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Und jetzt?

Seit Mitte Mai 2021 dürfen auch Hotels und Innengastronomien außerhalb der Modellregionen wieder Gäste empfangen – allerdings unter Auflagen. Die Außengastronomie durfte schon einen Monat eher öffnen. Damit ist Schleswig-Holstein schneller und weiter als die meisten anderen Bundesländern, was sicherlich auch an den immer vergleichsweise niedrigen Inzidenzen liegt.

Dennoch geht etwa jeder fünfte befragte Betrieb davon aus, dass er mehr als 2 Jahre brauchen wird, um wieder das Nachfrageniveau von 2019 zu erreichen. Immerhin 17 Prozent rechnen mit nur einem Monat. Und ein Betrieb schrieb gar: „Bei uns gab es 2020 eine Steigerung gegenüber 2019 von 38 Prozent, obwohl wir deutlich eingeschränkt waren und 56 Tage verloren haben. In 2021 rechnen wir mit einem Plus von 40 Prozent gegenüber 2020 – jetzt schon sichtbar durch Buchungen.“ Auch wenn das eher die Ausnahme sein dürfte, macht es doch Hoffnung auf den Sommer.

Zu guter Letzt bleibt noch zu sagen: Vielen Dank an den DEHOGA Schleswig-Holstein für die Unterstützung bei der Befragung! Und: Viel Erfolg den Hotel- und Gastronomiebetrieben bei der Krisenbewältigung.

Wir wünschen Euch einen Sommer voller zahlungswilliger Tourist*innen!

 


 

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