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OSV-Tourismusbarometer 2020: Corona-Krise & ihre Folgen – Warum agiles Arbeiten jetzt wichtiger wird

Freitag, 05. Juni 2020

In diesem Jahr standen wir leider nicht, wie sonst in jedem Jahr, vor rund 800 Gästen im ITB CityCube auf der Bühne, um die Ergebnisse des Sparkassen-Tourismusbarometers Ostdeutschland 2020 zu präsentieren. Aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben: Wir haben die Zeit genutzt und das aktuelle Tourismusbarometer um zahlreiche fundierte Hinweise zu den Auswirkungen der Corona-Krise ergänzt. Und: Das diesjährige Branchenthema "Agilität & New Work" erhält durch die Krise noch mehr Relevanz. Die Ergebnisse präsentieren wir Ihnen nun virtuell: Rund 60 Minuten spannende Fakten und nutzenstiftende Tipps als Video für Sie und Ihr Team.

dwif: OSV-Tourismusbarometer 2020: Corona-Krise & ihre Folgen – Warum agiles Arbeiten jetzt wichtiger wird

Es kam anders als geplant

Wir saßen praktisch auf gepackten Koffern, die fertige Präsentation und vor allem die Vorfreude auf das OSV-Forum und die Begegnung mit Ihnen im Gepäck, als die Corona-Krise alles änderte. Die Absage der ITB im März 2020 war zur Notwendigkeit geworden und bildete zeitlich in etwa den Auftakt für diese sorgenvolle Zeit, in der wir alle privat und als Gemeinschaft der Touristiker*innen aktuell leben und arbeiten.
 
Als dwif haben wir uns in den folgenden Wochen intensiv um das gekümmert, was für die Branche und unsere Kund*innen Hilfestellung sein konnte: Mit unserem dwif-Corona-Kompass haben wir Ihnen Vergleichszahlen und damit das erforderliche Benchmarkwissen zu Umsatzausfällen und betriebswirtschaftlichen Kennzahlen geliefert: Schritt für Schritt und immer dann, wenn belastbare Daten vorlagen. Und das werden wir auch weiterhin genauso machen. Gerade diese Woche ist zum Beispiel unsere dwif-MindMap 2.0 "Post-Lockdown – was jetzt für DMO wichtig wird" als Arbeitshilfe für Sie erschienen.
 
Passend zum diesjährigen Branchenthema des Sparkassen-Tourismusbarometers "Agilität & New Work", war nach der Absage der ITB-Präsentation Flexibiltät und Umdenken gefragt. Gemeinsam mit unserem Auftraggeber, dem Ostdeutschen Sparkassenverband, galt es einen neuen Weg zu finden, wie wir mit den Ergebnissen des Tourismusbarometers in diesem Jahr umgehen: Was müssen wir in der aktuellen Situation neu akzentuieren? Welche Fakten gilt es zu ergänzen? Wann und auf welchem Weg können wir die Touristiker*innen am besten erreichen? ...
 
Die Ergebnisse präsentieren Lars Bengsch und Karsten Heinsohn Ihnen in diesem Jahr virtuell: Rund eine Stunde spannende Fakten und nutzenstiftende Tipps als Video für Sie und Ihr Team. Und für alle, die gerne nachlesen, haben wir die wesentlichen Fakten hier noch einmal kurz & knackig zusammengefasst.

 

Aktuelle Fakten zum Ostdeutschland-Tourismus

Corona-Krise verändert Nachfrage und Angebot im Ostdeutschland-Tourismus strukturell

Für den Tourismus in Ostdeutschland lassen sich die Umsatzausfälle durch die Corona-Krise allein in den Monaten März, April und Mai auf rund 3,8 Mrd. Euro beziffern, 2,2 Mrd. Euro im Übernachtungs- und 1,6 Mrd. Euro im Tagestourismus. Eine Normalisierung zum Sommer und Herbst hin ist für viele Betriebe betriebswirtschaftlich entscheidend. Fakt ist: Aufgrund der anhaltenden Restriktionen (Abstandsregeln, Kontingentierungen) werden die Betriebe ihre Kapazitäten noch über einen längeren Zeitraum hinweg nicht auf 100 Prozent hochfahren können, was in der Hochsaison zu weiteren Einbußen führen wird.

Die stark städtisch geprägten Regionen sahen sich mit Stand Mai höheren Verlusten gegenüber. Aufgrund der Bedeutung von Veranstaltungen, Geschäftsreisen und des Incoming-Segmentes müssen sie wohl noch mit einer Verschärfung rechnen. Ob sich die Corona-Krise langfristig stärker auf den Deutschlandtourismus oder den Outgoing-Tourismus der Deutschen auswirken wird und womöglich mittelfristig sogar positive Impulse für den Inlandstourismus mit sich bringt, lässt sich noch nicht abschätzen.

Bei den Tagesreisen entfällt in einem Normaljahr mehr als jeder vierte Ausflug in Ostdeutschland auf den Zeitraum März/April/Mai. Zudem gehören die Einrichtungen, die in dieser Zeit flächendeckend von Schließungen betroffen waren (schrittweise, länderindividuelle Teilöffnung nach Angebotstypen ab Mai), zu den Top-Aktivitäten der Ausflügler. Bei den in Ostdeutschland geschlossenen Kultur- und Freizeiteinrichtungen ist ein Besucherausfall zwischen 19 und 29 Prozent (je nach Angebotstyp) allein für den Zeitraum März/April/Mai 2020 gegenüber einem Normaljahr zu erwarten. Und auch in den ersten Monaten nach der schrittweisen Wiedereröffnung für den Publikumsverkehr wurde und wird die Kapazität der Einrichtungen aufgrund der Restriktionen (Abstände, Kontingentierungen etc.) begrenzt.

 

Existenzbedrohung trotz Soforthilfen: hohe Fixkosten und geringe Liquidität

Für das ostdeutsche Gastgewerbe ist die Corona-Krise ein extremer Stresstest. Wegen der vergleichsweise niedrigen Eigenkapitalquoten verfügen die meisten Betriebe kaum über die Reserven, um eine derartige Krise monatelang durchzustehen. Zwar sind zum Beispiel die ostdeutschen Gastronomiebetriebe in puncto Eigenkapital besser aufgestellt als vergleichbare bundesdeutsche Betriebe, doch die dramatischen Umsatzeinbußen treffen die Branche auch deshalb so hart, weil die Fixkostenbelastungen besonders hoch sind (Personal- und Mietaufwandsquoten). Das drückt auf die Liquidität.

Und auch die verhältnismäßig niedrige Innenfinanzierungskraft macht deutlich, dass den Betrieben im Allgemeinen kaum Mittel zur Verfügung stehen, um die notwendigen Modernisierungs- und In-standhaltungsmaßnahmen durchzuführen. Außer in Mecklenburg-Vorpommern (79.000 Euro) kommen die gastgewerblichen Betriebe nur auf einen Cash-Flow von rund 30.000 Euro.

 

Sparkassen Tourismusbarometer OSV Infografik ITB 2020

 

2019: Trotz Rekordjahr und Bauhaus-Hype – der Marktanteil Ostdeutschlands sinkt weiter

Der Tourismus in Ostdeutschland befand sich bis zur Corona-Krise in einer soliden Ausgangssituation. Fest steht: 2019 war für Ostdeutschland ein weiteres Rekordjahr. Mit einem Übernachtungsplus von 2,6 Prozent wuchs die Nachfrage das sechste Jahr in Folge. Allerdings blieb die Entwicklung erneut – und damit zum neunten Mal – hinter dem deutschlandweiten Durchschnitt (2,9 Prozent) zurück. Die Folge: Der Marktanteil Ostdeutschlands am Deutschlandtourismus insgesamt nimmt schleichend, aber stetig ab – im Zehn-Jahresvergleich um mehr als zwei Prozentpunkte. Dennoch gab es fast flächendeckend Grund zur Freude, denn alle fünf Bundesländer und rund 80 Prozent der ostdeutschen Regionen schlossen das Jahr 2019 mit einem Nachfrageplus ab.

 

Gastgewerbe: Positive Signale aus der Vor-Corona-Zeit: Preise und Umsätze steigen

Die Umsätze im ostdeutschen Gastgewerbe haben sich im vergangenen Jahr erfreulich positiv entwickelt. Es bleibt zu hoffen, dass die Betriebe mittelfristig wieder an die Zeiten vor der Krise anknüpfen können. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt verbesserten sich um bis zu 5,4 Prozent und lagen damit oberhalb der Deutschlandwerte. Lediglich in Thüringen betrug die nominale Umsatzentwicklung nur +0,4 Prozent und das trotz Nachfragerekords bei den Beherbergungsbetrieben.

Gegenüber 2018 stabilisierten sich die Zahlen in Thüringen aber immerhin. Zudem gehen die Zimmerpreise in Ostdeutschland insgesamt weiter nach oben; im Vergleich zum Vorjahr haben sie sich nahezu doppelt so stark erhöht wie in Deutschland insgesamt. Wie sich die Preise nach der Corona-Krise entwickeln werden, bleibt abzuwarten. Sowohl niedrige Preise, bedingt durch einen Preiskampf und steigende Preissensibilität bei den Gästen, als auch höhere Preise durch Angebotsverknappung und steigende Nachfrage sind denkbar.

 

Hier geht's zum kompletten Video "Sparkassen-Tourismusbarometer 2020 - Konjunkturbericht"

Sparkassen Tourismusbarometer OSV Video Konjunktur Teaser

 

Agilität & New Work im Tourismus

Das Branchenthema des Sparkassen-Tourismusbarometers stellt in diesem Jahr die Frage, wie die Branche agiler werden kann, um den dynamischen Herausforderungen der Zeit besser begegnen zu können. Agiles Arbeiten im Tourismus wird immer wichtiger, um sich zum Beispiel flexibler auf geändertes Gästeverhalten oder Krisensituationen einzustellen, die Stakeholder in der Region intensiver einzubeziehen, generell das Netzwerk auszubauen und um die Digitalisierung - auch die Kommunikation nach innen und außen - voranzutreiben.

Die Ursache: Sowohl die innere Haltung als auch die Bedürfnisse gegenüber der Arbeitswelt haben sich in den letzten Jahren in der Gesellschaft grundsätzlich gewandelt. Das gilt auch für den Tourismus.

Agilität bedeutet dabei die Anpassung an Nutzerbedürfnisse in einer ebenso komplexen wie unsicheren Umwelt. Dazu gehört das Erneuern von Prozessen, oft aber auch der Unternehmenskultur. Vor allem verändern sich die Rollen und das Selbstverständnis der Mitarbeiter. Agile Unternehmen zeichnen sich zum Beispiel durch Aspekte wie flexibles Reagieren auf aktuelle Ereignisse und die Beteiligung der Mitarbeiter an Entscheidungen aus.

An die Stelle langfristiger, eher statischer Innovationsprojekte tritt die Entwicklung von schnellen „Testprodukten“, die man bei Misserfolg rasch und ohne große Verluste wiedereinstellen kann. Der Mensch als Individuum und die persönliche Interaktion haben Vorrang vor Dokumentationen, Prozessen und Werkzeugen. Agiles Arbeiten fordert jeden Einzelnen, denn es setzt die ständige selbstkritische Reflexion bei Führungskräften und Mitarbeitern voraus.

 

Vier zentrale Leitsätze

Das Sparkassen-Tourismusbarometer Ostdeutschland 2020 definiert vier zentrale Leitsätze und erläutert diese an konkreten Beispielen.

1) Agilität ist eine Haltung, die zu einem veränderten Verhalten führt.
2) Agilität und New Work brauchen die richtige Balance.
3) Neues Arbeiten braucht neue „Räume“.
4) Unternehmenserfolg heißt persönliche Potenziale erschließen.

 

Mitarbeiter*innen-Journey bietet Orientierung

Fakt ist: Wenn touristische Unternehmen zukunftsfähig sein wollen, kommen sie nicht umhin, sich mit ihren Mitarbeitern und deren individuellen Sichtweisen und Bedürfnissen auseinanderzusetzen und die verschiedenen Fähigkeiten der Mitarbeiter aktiv zu fördern. Die im Rahmen dieses Branchenthemas konzipierte Mitarbeiter-Journey bietet Touristikern eine Orientierung, wie sich dieses Potenzial im eigenen Unternehmen erschließen lässt.

Der Zusammenhang mit der aktuellen Situation liegt auf der Hand: Die Corona-Krise trifft sehr viele Betriebe und die Tourismusbranche insgesamt extrem hart – und natürlich geht es bei den meisten jetzt zuallererst um die Existenzsicherung. Die im Branchenthema 2020 beschriebenen Voraussetzungen, Mechanismen und Chancen, die in agilen Arbeitsweisen und Strukturen stecken, spielen aber eine wichtige Rolle für die erfolgreiche Krisenbewältigung und werden außerdem sowohl in der Phase des Wiederanlaufens als auch in der Folgezeit noch an Bedeutung gewinnen.

 

Hier geht's zum kompletten Video "Agilität & New Work"

Sparkassen Tourismusbarometer OSV Video Agilitaet Teaser

Sparkassen-Tourismusbarometer Ostdeutschland: Management Summary

Sparkassen Tourismusbarometer OSV Management Summary 2020 TeaserWeitere Hintergrundinformationen rund um Facts & Figures, den touristischen Arbeitsmarkt, die Gastronomie, die Freizeitwirtschaft, die Qualitätsentwicklung in Ostdeutschland sowie natürlich umfangreiche Einblicke in unser aktuelles Branchenthema "Agilität & New Work" können Sie noch einmal in Ruhe in unserer Management Summary nachlesen.

Das interessiert mich!

 

Und wie geht es nun weiter?

Die Videos, die Infografik und die Management Summary geben Ihnen hoffentlich bereits einen ersten Eindruck, was Sie im Jahresbericht des Sparkassen-Tourismusbarometers Ostdeutschland in diesem Jahr erwartet. Der umfassende Bericht mit allen Daten und Erläuterungen erscheint Anfang Juli 2020. Aktuelle Infos rund um das Sparkassen-Tourismusbarometer lesen Sie immer hier und natürlich in unseren News.

Bis dahin arbeiten wir weiter intensiv an den regelmäßig erscheinenden Kurzberichten für das Sparkassen-Tourismusbarometer und natürlich an unserem dwif-Corona-Kompass.

Wenn Sie Fragen zum diesjährigen Sparkassen-Tourismusbarometer haben, stehen Ihnen Lars Bengsch und Karsten Heinsohn jederzeit sehr gerne für einen Austausch zur Verfügung. Fast genau so, wie sie es auch im Foyer des ITB-CityCube am 05. März 2020 getan hätten...

 

Sparkassen-Tourismusbarometer Ostdeutschland: Bericht erschienen

Sparkassen Tourismusbarometer OSV 2020 Cover

13. Juli 2020: Anfang Juli ist der vollständige Bericht zum Sparkassen-Tourismusbarometer Ostdeutschland 2020 erschienen. Und auch die Länderveranstaltungen sind terminiert. Schauen Sie doch gleich mal in unseren Event-Bereich und melden Sie sich an.

Den Bericht können Sie hier bestellen (externer Link)

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