Mehrzahl der Bundesländer mit gestiegenen Ausländerübernachtungen im August 2021

Die aktuellen August-Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass auch das Incominggeschäft in vielen Bundesländern langsam, aber sicher wieder anläuft. Genau wie bei den Übernachtungen insgesamt, ist die Dynamik im Incoming hier jedoch sehr unterschiedlich. Unsere Zahl der Woche nimmt die aktuellen Daten genauer unter die Lupe.

dwif Zahl der Woche: Mehrzahl der Bundesländer mit gestiegenen Ausländerübernachtungen im August 2021 (Bild: freepik)

 

Übernachtungszuwächse im August

Die Zahl der Übernachtungen in gewerblichen Betrieben in Deutschland ist im August 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 13,4 Prozent gewachsen. Dabei haben die Übernachtungen der inländischen Gäste (+13,7 Prozent) nur geringfügig mehr als die der ausländischen Gäste (+9,7 Prozent) zugelegt. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass das Incominggeschäft in Deutschland wieder anläuft. Die Ankünfte der ausländischen Gäste sind mit +14,2 Prozent sogar stärker als die der inländischen Gäste (+10,2 Prozent) gestiegen.
Die Entwicklung in den Bundesländern ist allerdings nach wie vor sehr unterschiedlich.

  • Zehn Bundesländer konnten im August 2021 mehr ausländische Übernachtungen verbuchen als im Vorjahresmonat. Allen voran Berlin (+78,8 Prozent), wo die Einbrüche im Vorjahr besonders gravierend waren.
  • Aber auch die anderen Stadtstaaten Hamburg (+41,6 Prozent) und Bremen (+29,6 Prozent), das ebenfalls städtisch geprägte Hessen (+31,4 Prozent) sowie Bayern (+30,2 Prozent) legten deutlich im Incomingsegment zu.
  • In Rheinland-Pfalz hingegen brach im August 2021 erneut rund jede dritte Ausländerübernachtung weg (-29,6 Prozent).
  • Auch in Nordrhein-Westfalen gab es 7,0 Prozent weniger Übernachtungen ausländischer Gäste im August.

 

Starke Unterschiede zwischen den ausländischen Quellmärkten

Eine Erklärung für die extrem großen regionalen Unterschiede bietet ein Blick auf die Entwicklung der einzelnen Top-Quellmärkte. Das Vereinigte Königreich (-31,7 Prozent) und die Niederlande
(-24,2 Prozent) wurden im August besonders stark von der vierten Covid-Welle getroffen und standen aufgrund hoher Fallzahlen den ganzen Monat bzw. Teile des Monats auf der Liste der Hochrisikogebiete des RKI mit verschärften Einreiseregeln nach Deutschland.
Beide Länder sind bspw. für Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wichtige Quellmärkte. Auch der dritte europäische Top-Markt – die Schweiz – schwächelte im August 2021 noch leicht (-0,5 Prozent). Die Übernachtungen aus dem amerikanischen Markt sind hingegen mit +133,9 Prozent wieder deutlich gewachsen, nachdem sie im Vorjahr nahezu zum Erliegen gekommen waren.

Der kleine Lichtblick darf dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Übernachtungsaufkommen der Incomingmärkte gerade einmal rund die Hälfte des Niveaus aus dem Jahr 2019 erreicht und damit noch sehr gering ist. Der amerikanische Markt liegt trotz der vermeintlich hohen Wachstumsraten im August noch 58,2 Prozent unter dem Ergebnis des Jahres 2019. Zum Vergleich: Der deutsche Markt hat das August-Ergebnis aus dem 2019 in diesem Jahr um 8,6 Prozent übertroffen.

 

ZDW Incoming Statistik Grafik

 

Blick auf die ersten acht Monate

Neben dem Blick auf die Werte des Sommermonats August, ist auch die differenzierte Betrachtung der ersten acht Monate des aktuellen Tourismusjahres von Bedeutung.

  • Deutschlandweit sind die Übernachtungen in gewerblichen Betrieben zwischen Januar und August 2021 um 15,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück gegangen.
  • Während nur rund jede zehnte Übernachtung inländischer Gäste wegfiel (-12,1 Prozent), waren es gut ein Drittel der Übernachtungen ausländischer Gäste (-36,3 Prozent).

 

Auch hier ist die Betroffenheit in den einzelnen Bundesländern und Regionen sehr heterogen.

  • In Thüringen konnte trotz Lockdown zu Jahresbeginn mit „nur“ -1,9 Prozent bei den Ausländerübernachtungen nahezu das Vorjahresniveau erreicht werden.
  • Auch in Sachsen-Anhalt war der Rückgang der ausländischen Übernachtungen zwischen Januar und August 2021 mit -5,2 Prozent moderat. Dies zeigt deutlich die Bedeutung zumeist osteuropäischer Saisonkräfte für den Übernachtungstourismus in diesen Bundesländern.
  • Im Gegensatz dazu steht die Landeshauptstadt Berlin. Aufgrund wegbrechendem Business- und Städtetourismus liegen die Rückgänge im ausländischen Markt bei 48,0 Prozent. Im Vergleich zu 2019 sind es sogar -84,5 Prozent. Die nach wie vor angespannte und unsichere Lage im Incominggeschäft wird dadurch erneut deutlich.

 

Was sind die wichtigsten ausländischen Quellmärkte für meine Destination?

Trotz aller derzeitigen Unsicherheiten müssen die Destinationen auf ein Wiederanlaufen des Incominggeschäfts vorbereitet sein. Was sind die wichtigsten ausländischen Quellmärkte für meine Destination? Was sind mögliche Zukunftsmärkte? Diese Fragen können Sie mit MEMO, unserem Marktevaluierungsmodell zur kennzahlengestützten Bewertung von Quellmärkten im Tourismus mit einem festen Indikatorenset und Anpassungsoptionen bei der Gewichtung, beantworten.

 

Marktevaluierungsmodell (MEMO)

Bei MEMO steht im ersten Schritt die Definition von Wettbewerbern, des sogenannten „Competitive Sets“, auf der Agenda. Unsere Kund*innen können deutschland-/europaweit und in Abhängigkeit der Datenlage der Regionen ein individuelles Set an Wettbewerbern definieren. Zentrale Kennzahlen wie die Übernachtungen werden immer im Vergleich zu diesen Wettbewerbsregionen betrachtet. Es geht um die Marktanteilsposition innerhalb dieser Wettbewerbsgruppe und die Marktanteilsveränderungen (Dynamik). Dadurch lassen sich noch aussagekräftigere Informationen zur Markt-Performance der zu betrachtenden Region und vorhandenen Potenzialen gewinnen (Performance-Index) ermitteln.

Memo Rheinland Pfalz dwif Uebersicht

Das Indikatorenset basiert weiterhin auf einer klassischen kennzahlengestützten Bewertung von Quellmärkten im Tourismus, bei individueller Wahl der zu betrachtenden Quellmärkte durch unsere Kund*innen.
Im zweiten Schritt werden für jeden einzelnen Markt die generelle Attraktivität der Quellmärkte sowie die Wettbewerbsposition der Region im Vergleich ermittelt (Chancenindex). Der Indikator „Marktattraktivität“ beschreibt über volkswirtschaftliche und touristische Indikatoren wie attraktiv ein Quellmarkt für die Region ist. Der Indikator „Wettbewerbsposition“ beschreibt, auf welchen Märkten die Region gute oder schlechte Chancen hat bzw. wie attraktiv sie für den jeweiligen Quellmarkt ist.

 


 

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dwif-Corona-Kompass Update März 2022 Die Umsatzausfälle durch ausbleibende Gäste und zunehmend unter Druck geratende öffentliche Haushalte führen auch bei Tourismusorganisationen zu existenziellen Fragen sowie zur Überprüfung der freiwilligen Aufgaben durch die Kommunen.

Wir möchten Destinationen, Gastgewerbe und Freizeitwirtschaft nutzenstiftende Fakten zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie geben und gemeinsam mit Ihnen den Blick in die Zukunft richten. Unser Update vom 29. März 2022 informiert Sie über die aktuelle Lage und unsere fachliche Einschätzung der Entwicklung.

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